Dorfkirche Bezrzecze (PL) (ehem. Brunn, Gemeinde Daber)
Matki Boskiej Rozancowej, ehem. ev. Kirchspiel

Das kleine Dorf am heutigen Stadtrand von Stettin besaß zur Mitte des 18. Jahrhunderts neben einer Kirche auch eine Windmühle, eine Schmiede und mehrere Bauernhäuser. Das Gut Brunn befand sich zu dieser Zeit im Besitz der Familie v. Ramin, die in Vorpommern mit zu den größten Landbesitzern zählte. Die Kirche ist ein kleiner rechteckiger Feldsteinbau, dessen Alter aufgrund zahlreicher Veränderungen kaum bestimmbar ist. Vermutlich wurde sie Ende des 16. Jahrhunderts (Heinrich Schulz spricht vom späten Mittelalter) errichtet oder nach dem 30jährigen Krieg mit den alten Steinen auf den Grundmauern wiedererrichtet. Die Fenster und das Südportal wurden barock umgestaltet. Vermutlich im 19. Jahrhundert wurde der neugotische Westturm in Backstein vorgesetzt. Über der mit spitzbogigen Schallöffnungen versehenen Glockenstube erhebt sich ein kupfergedeckter Spitzhelm mit vier Schildgiebeln. Ob zur selben Zeit auch der Ostgiebel am Chor in Backstein erneuert wurde, ist reine Spekulation. Die ursprüngliche Ausstattung bestand aus einem Kanzelaltar und einem Taufengel aus dem 18. Jahrhundert. Besonderheit war ein sogenanntes Betstübchen, "ein ringsum mit Fenstern versehener, oben gedeckter völlig geschlossener Raum für den Patron und seine Familie, im Innern mit Stühlen und einem Ofen." Heute ist die Kirche nach polnischen Maßstäben katholisch eingerichtet. Bis 1939 hatte das Dorf Brunn zum Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern gehört. Es wurde am 15. Oktober 1939 in den Kreis Ueckermünde eingegliedert, bei dem es bis 1945 blieb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Brunn unter polnische Verwaltung gestellt und in Bezrzecze umbenannt. Der heutige Ort ist geteilt: der Westteil gehört zur Landgemeinde Dobra (ehem. Daber) im Powiat Policki (ehem. Kreis Pölitz), der Ostteil ist ein Ortsteil im Stadtbezirk Sczczecin-Zachód (Stettin-West). Die Kirche wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet. Der alte Friedhof musste einem neuen - nach polnischer Tradition - weichen. Der von einer Feldsteinmauer umgebene Kirchhof und die Kirche machen einen gepflegten Eindruck und lassen auf ein reiches religiöses Leben schließen.
(weitere Quelle: Wikipedia vom 01.04.2013)

Quellen:
Pommersche Dorfkirchen, Buch, Heinrich Schulz, Verlag H.F. Beck, Herford / Westfalen, 1963