Dorfkirche Pilchowo (PL) (ehem. Polchow, Stadt Stettin)
ehem. ev. Filialkirche von Völschendorf

Die Kirche von Polchow war in der Vergangenhit eine Filiale des Kirchspiels Völschendorf. Der turmlose Feldsteinbau erfuhr im Laufe der Zeit erhebliche Umbauten. Wie die ursprüngliche Kirche einmal aussah, ist heute nicht mehr erkennbar. Vermutlich wurde die Kirche völlig zerstört und mit dem ursprünglichen Baumaterial wiedererrichtet, wovon das willkürlich und ungeordnet zusammengesetzte Mauerwerk zeugt. Im Osten ist eine halbrunde Apsis angefügt. Die neugotischen Treppengiebel am Kirchenschiff passen nicht unbedingt zum neoromanischen Stil des Baukörpers. Im Westen wurde eine flache Eingangshalle vorgesetzt. Im Osten des von einer Feldsteinmauer umgebenen Kirchhofes steht ein großer hölzener Glockenstuhl. In ihm hängt eine Bronzeglocke, 1872 von C. Voß in Stettin gegossen (No. 489). Die Kirche ist im Innern nach polnischen Maßstäben modern katholisch eingerichtet. Die gewölbte Apsis zeigt Wandmalereien. Bis 1939 war Polchow eine selbstständige Landgemeinde im Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Es wurde am 15. Oktober 1939 im Rahmen des Groß-Stettin-Gesetzes in die Stadt Stettin eingemeindet, bei der es bis 1945 blieb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Stettin unter polnische Verwaltung gestellt und die Ortschaft in Pilchowo umbenannt. Das gesamte evangelische Kirchspiel Völschendorf, zu dem neben Polchow auch noch Brunn gehörte, wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet. An den alten Friedhof erinnert eine Gedenktafel auf dem Kirchhof. In die Kirchhofmauer ist auf der Nordwestseite das ehemalige Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs integriert. Leider wurde es nach 1945 erheblich beschädigt und "geschliffen", später dann auf der Rückseite zu einer Mariengedenkstätte umfunktioniert.
(weitere Quelle: Wikipedia vom 05.01.2015)