Dorfkirche Tatynia (PL) (ehem. Hagen, Gemeinde Pölitz)

Das Dorf, nur vier Kilometer nordwestlich der Stadt Police (ehem. Pölitz), wurde wohl im 13. Jahrhundert von einem Ritter namens Gobelo Luchte als Gobelenhagen gegründet. 1276 stellte der Ritter das Dorf dem 1260 in Ueckermünde gegründeten Augustinerchorherren-Stift zur Verfügung, das hier seinen Sitz nahm. Bereits 1309 wurde das Kloster weiter nördlich in das Dorf Tatin verlegt, das daraufhin in Neu-Gobelenhagen umbenannt wurde, das bisherige Dorf führte von nun an den Namen Alt-Gobelenhagen. Bereits 1329 wurde das Kloster weiter nach Jasenitz verlegt und Neu-Gobelenhagen wurde wüst. Alt-Gobelenhagen wurde nun nur noch Hagen genannt. Dort, wo die alte Klosterkirche einst stand, wurde 1722 (1772?) eine Fachwerkkirche errichtet. Sie ist nach Messenthin (um 1700) wohl die zweitälteste Fachwerkkirche im ehem. Randower Kreis. "Engmaschige Stiele und Riegel bilden mit den gekalkten Gefachen lebhaft gemusterte Wände. Ein viereckiger Holzturm mit gedrungenem achteckigen Helm erhebt sich über dem Dach." (Heinrich Schulz) Auf der Nordseite befindet sich das Eingangsportal. Die Fenster sind als "Band" unter der Traufe angeordnet. Der polygonale Ostschluss ist fensterlos. Die Westwand zeigt an den Ecken die Figur "Wilder Mann". Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umschlossen. Von dem alten Friedhof ist nichts mehr erhalten geblieben. Bis 1939 gehörte Hagen zum Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Es kam 1939 zum Landkreis Ueckermünde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Hagen zusammen mit dem "Stettiner Zipfel" unter polnische Verwaltung gestellt und in Tatynia umbenannt. Die evangelische Kirche wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet.
(weitere Quelle: Wikipedia vom 20.04.2014)

Quellen:
Pommersche Dorfkirchen, Buch, Heinrich Schulz, Verlag H.F. Beck, Herford / Westfalen, 1963