Dorfkirche Trzebież (PL) (ehem. Ziegenort)
Hl. Katharina, ehem. ev. Kirchspiel, heute kath. Kreuzerhöhungskirche

Ziegenort liegt nördlich von Pölitz (Police) am Rande der Ueckermünder Heide und dem Stettiner Haff. Der Ort wurde 1280 durch Herzog Bogislaw IV. von Pommern dem Stettiner Bürger Gottfried von Breslau im Tausch gegen das Dorf Stepenitz und weitere Besitzungen verliehen. Der damalige Ortsname Zegenhort ist abgeleitet von Zege (hochdeutsch Ziege), einer früher im Haff häufig vorkommenden Fischart. 1328 kam Ziegenort in den Besitz des Augustinerchorherrenstifts Jasenitz (Jasienica). Das Dorf bestand aus den beiden Ortsteilen Groß und Klein Ziegenort, wobei Groß Ziegenort hinsichtlich seiner guten Lage mehr und mehr an Bedeutung als Verwaltungszentrum gewann. Hier steht die Kirche, die seit altersher Pfarrsitz war. Zum Kirchspiel Ziegenort gehörten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Filialgemeinden Königsfelde (Niekłończyca) und Althagen (Brzózki) und die Dörfer Wilhelmsdorf (Uniemyśl), Hammer (Drogeredz) und Karpin (Karpin). Im Gegensatz zur Vergangenheit der Kirchengemeinde gibt es über die Kirche gesicherte Informationen erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein Pfarrer wird 1359 erwähnt, so dass es zu dieser Zeit auch bereits eine Kirche geben musste. Dieser "massive Saalbau aus von Hand bearbeiteten gotischen Ziegeln auf einem Fundament aus Granitsteinen" hat die Reformation, den Niedergang des Herzogtums und den 30jährigen Krieg überdauert. Während des Nordischen Kriegs wurde er leicht beschädigt und sein Innenbereich 1714 instandgesetzt. 1745 gab es einen größeren Umbau der Kirche, da das mittelalterliche Gotteshaus für die zunehmende Einwohnerzahl des aufstrebenden Ortes zu klein wurde. Dabei wurde wohl das Schiff in östliche Richtung unter Nutzung des bisherigen Fundaments verlängert und die Fenster versetzt. Das Gewölbe wurde angehoben und auf die alten Mauern eine wesentlich dünnere Wand von 1,5 Metern Höhe aufgestockt, was im Innenraum gut sichtbar ist. Auf der Nordseite wurde eine kleine Sakristei angebaut. Im Westen wurde ein Turm aus Ziegelstein vorgesetzt, der im oberen Bereich in Fachwerk übergeht und einen Barockhelm mit geschlossener Laterne besitzt. Neben der Kirche gab es einen Friedhof, der nach der Anlage neuer Friedhöfe in Klein und Groß Ziegenort als "alter" Friedhof bezeichnet wurde. Am südwestlichen Eck stand das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, welches heute nur noch teilweise erhalten ist und kaum als solches mehr erkennbar ist. Bis 1939 gehörte Ziegenort zum Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Es kam 1939 zum Landkreis Ueckermünde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Dorf zusammen mit dem "Stettiner Zipfel" unter polnische Verwaltung gestellt und in Trzebiez umbenannt. Die bis dahin evangelische Pfarrkirche wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet und am 22. September 1946 als katholische Kreuzerhöhungskirche neu geweiht. Der Innenraum wurde komplett umgestaltet, von dem einstigen Kanzelaltar ist nichts mehr vorhanden. Die gesamte Ausstattung ist "polnisch katholisch". Die holzverkleidete Halbtonne ist mit moderner Malerei versehen und zeigt Motive aus der Heiligen Schrift. Gegenüber der Kirche im Westen befindet sich das heutige Pfarrhaus.
(weitere Quellen: Informationstafel an der Kirche, Pölitz und Umgebung in alten Aufnahmen, Urzad Gminy w Policach sowie Wikipedia vom 07.05.2013)