Dorfkirche Skolwin (PL) (ehem. Scholwin oder Odermünde, Vorort von Stettin)
ehem. ev. Kirche, heute Christ-König-Kirche

Die heute polnische Siedlung Skolwin ist ein Vorort Szczecins. Der rechte Teil der Siedlung umfasst das alte Dorf, das bis 1939 Scholwin und dann bis 1945 Stettin-Odermünde hieß.
Die heutige Kirche wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Eine Kirche ist seit 1286 urkundlich belegt, in jenem Jahr gewährte Bischof Hermann von Gleichen der Stiftskirche St. Marien in Stettin das Kirchenpatronat. 1489 ging der Neubau in die Schirmherrschaft des Augustiner-Chorherrenstifts in Jasenitz über und wurde im Zuge der Reformation 1534 eine protestantische Filialkirche. Während des 30jährigen Krieges wurde die Kirche teilweise zerstört und erst 1683 wieder aufgebaut, wobei die Kirche zahlreiche Umbauten erfuhr. Der Turm wurde verlängert, das Dach und die Decke angehoben, die Fenster verändert und die Fassade verputzt. Die Kirche wurde nun Filiale von Stolzenhagen (Stołczyn).
Der Kanzelaltar kam zu Beginn des 18. Jahrhunderts in die Kirche. Zwei Glocken wurden von Johann Heinrich Schell in Stettin gegossen (1751, 1765). SCHULZ berichtet nur von einer Glocke (1765) mit einer Inschrift mit "flacher Reimerei". Weitere Umbauten gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Turmeindeckung) und in den 1930er Jahren. Hierbei entstand die eigenwillige Verbindung der Südsakristei mit dem Südschiff.
In den Jahren 1886 bis 1914 erhielt der Ort mit dem Bau der weltbekannten Zellulose-Fabrik einen immensen Aufschwung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Siedlung zusammen mit dem "Stettiner Zipfel" unter polnische Verwaltung gestellt und zunächst der Gmina Police zugeschlagen, am 8. Juli 1946 dann aber wieder nach Szczecin eingemeindet und am 12. November 1946 in Szczecin-Skolwin umbenannt. Die bis dahin evangelische Kirche wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet und am 11. August 1946 als katholische Christ-Königskirche (Parafia i kościół pw. Chrystusa Króla) neu geweiht. Die gleichnamige Pfarrei wurde 1957 gegründet. 1960 begann die katholische Umgestaltung. Der Innenraum wurde komplett verändert, Kanzelaltar und Seitenemporen entfernt, Fußboden erneuert und das Gestühl neu lackiert. Die gesamte Ausstattung ist heute "polnisch katholisch".
1965 wurde der alte Friedhof eingeebnet und später der Kirchhof begrünt. Im Frühjahr 2008 musste die Laterne von der Turmspitze entfernt werden, zurück blieb nur das eiserne Turmkreuz.
(weitere Quelle: http://parafiaskolwin.pl und Wikipedia vom Dez. 2014)