Dorfkirche Przęsocin (PL) (ehem. Neuendorf)
ehem. ev. Kirchspiel, heute kath. Kirche Mariä Himmelfahrt

Das westpommersche Neuendorf liegt in der heutigen Gemeinde Police (Pölitz) vor den Toren Stettins. Eine abgetragene Holzkirche ist für das Jahr 1286 belegt. Die heutige spätgotische Feldsteinkirche wurde 1493 errichtet und stand im Besitz des Kartäuser-Klosters Grabow. Nach der Reformation 1534 gelangte sie in den Besitz der pommerschen Herzöge. Der hölzerne Westturm mit barocker Haube und geschlossener Laterne wurde 1740 angefügt. Eine Glocke aus dem Jahr 1832 hängt in der Glockenstube. 2002 wurde der Turm umfangreich renoviert.
SCHULZ spricht in seinem Buch noch von einer halbrunden Chorapsis. Diese wurde wohl bei der Umgestaltung der Kirche Anfang der 1960er Jahre entfernt, einhergehend mit der Löschung der Kirche im Denkmal-Register vom 22.12.1965.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Siedlung unter polnische Verwaltung gestellt und 1946 in Przęsocin umbenannt. Die bis dahin evangelische Kirche wurde 1946 zugunsten der polnischen katholischen Kirche entschädigungslos enteignet und als katholische Kirche Mariä Himmelfahrt (Kościół zabytkowy pw. Wniebowzięcia Najświętszej Marii Panny w Przęsocinie) neu geweiht. In den 1950er Jahren wurde der Innenraum umgestaltet, wobei der Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert integriert wurde. Die Nordsakristei wurde 1987 eingerichtet.
Der ursprünglich die Kirche umgebende Friedhof wurde eingeebnet und begrünt.
Die Kirche gehört heute zur kath. Pfarrei Hl. Schwester Faustina Kowalska in Szczecin-Bukowo. Ein neuer Friedhof erstreckt sich im nördlichen Bereich nahe der Hauptstraße (Centralna). Dort befindet sich auf einem begrünten und von Bäumen umrandeten Platz das ehemalige, aber 2013 neu gestaltete Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
(weitere Quelle: Wikipedia vom Dez. 2014)

Quellen:
Pommersche Dorfkirchen, Buch, Heinrich Schulz, Verlag H.F. Beck, Herford / Westfalen, 1963