Dorfkirche Kołbaskowo (PL) (ehem. Kolbitzow)
ehem. ev. Kirche

Das Dorf wurde 1243 erstmals urkundlich im Zehnt-Register des Stettiner Zisterzienserinnen-Klosters genannt. 1286 übertrug Herzog Bogislaw IV dem Kloster das Dorf mit Kirche. Aus dieser Zeit stammt auch der heute erhaltene spätromanische Feldsteinbau. Die rechteckige Saalkirche mit den Maßen 16,2 x 6,9 Metern erhielt im 18. Jahrhundert ihren Westturm und den Haupteingang von Westen. Die geschlossene Laterne mit langer Spitze verlor der Turm in Kriegszeiten, heute schließt eine flaches Pyramidendach den Turm ab. Mit der Turmerrichtung wurde die gesamte Kirche verputzt, der Putz aber bei der Renovierung 1984 wieder abgeschlagen. Die Ostwand besaß ursprünglich eine gestaffelte Dreifenstergruppe, deren äußere Fenster mit Putzfaschen versehen und umgebaut wurden, das mittlere Fenster wurde zugesetzt. Mit den Fenstern der Längsseiten wurde gleichermaßen verfahren. Im Ostgiebel lebt die Dreifenstergruppe aber in Form einer dreiteiligen Staffelblende weiter fort. An der Südwand sind die Umrisse der ehemaligen Priesterpforte gut und die der Laienpforte nur ansatzweise zu erkennen, auch die ursprüngliche Fensteranordnung ist in Teilen sichtbar. Der Innenraum wird von einer kräftigen, flachen Holzbalkendecke überspannt. Die zugesetzte Nische der Priesterpforte hebt sich durch die Sichtbarmachung des Granitgewändes deutlich von dem weiß getünchten Innenraum ab. Das Kirchspiel von Kolbitzow war seit der Reformation bis 1945 evangelisch und gehörte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. 1945 wurde der Ort zusammen mit anderen Teilen Pommerns und der Neumark Teil Polens und die evangelische Kirche entschädigungslos zugunsten der katholischen Kirche Polens enteignet. 1950 wurde die Kirche katholisch neu geweiht. Bei der großen Renovierung 1984 wurde der Innenraum erneuert und die östlichen Buntglasfenster montiert. Außer erhalten gebliebenen Teilen des barocken Altaraufsatzes ist die Inneneinrichtung polnisch-katholischen Maßstäben angepasst. In den Jahren 2003-2012 wurden weitere Renovierungsarbeiten durchgeführt, Dachneueindeckung und Ausmalung des Innenraums gehörten dazu. Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umschlossen. In der Südostecke steht ein steinerner Marienaltar und daneben eine abgehängte Bronze-Glocke. Die Inschrift benennt die edlen Stifterherren und gibt bekannt, dass Lorentz Kökeritz 1672 die Glocke in Stettin goss.
(Quellen: Informationstafel vor der Kirche, Wikipedia v. 16.03.2015)