Dorfkirche Barnisław (PL) (ehem. Barnimslow)
ehem. ev. Filialkirche

Das Dorf wird 1243 erstmals urkundlich erwähnt, als Herzog Barnim I. eine Zehntzahlung an das Zisterzienserinnenkloster in Stettin festsetzte. Die heutige Kirche wurde Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut. Der turmlose gotische Feldsteinbau hat eine rechteckige Grundfläche mit den Maßen 16,8 x 8,4 m².
Die den Kirchhof umschließende Feldsteinmauer mit Ostportal wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Kirche zahlreiche Umbauten. Verändert wurden das Westportal und die Fenster in Ostwand und an den Längsseiten. In den Westgiebel wurde eine Ziegelrosette eingesetzt. Fußboden und Decke wurden erneuert.
Auf dem Kirchhof steht ein schlichter Glockenstuhl aus Beton. Er beherbergt eine Bronzeglocke mit reichhaltiger Verzierung und Inschrift. Die Glocke wurde 1708 von Henricus Schmid in Stettin gegossen. Interessant ist aber der Stifter der Glocke - es ist Karl XII., König von Schweden, der um 1708 im zweiten Feldzug gegen Russlands Zar Peter I. stand, nachdem er im Großen Nordischen Krieg von 1700 an seine Gegner Dänemark, Russland und Sachsen-Polen überraschend geschlagen hatte. Karl XII. war zu jener Zeit auch Herrscher über die Provinz Schwedisch-Pommern.  
Barnimslow gehörte bis 1945 zum Regierungsbezirk Stettin der preuß. Provinz Pommern und wurde nach dem Ende des II. Weltkriegs unter polnische Verwaltung gestellt und in Barnislaw umbenannt. Das bis dahin zur evangelischen Kirche gehörende Gotteshaus wurde entschädigungslos zu Gunsten der poln. katholischen Kirche enteignet und als Filialkirche von Kolbaskowo neu geweiht.
2008 erhielt die Kirche nochmal umfangreiche Renovierungsarbeiten.
(weitere Quelle: Informationstafel vor der Kirche)