Dorfkirche Melkof (Gemeinde Vellahn)

Bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, hat das Dorf aber slawische Wurzeln. Bis 1819 gehörte Melkof der Familie von Pentz, danach der Familie von der Decken. In den Folgejahren ließ sich die Familie von der Decken eine umfangreiche Gutsanlage errichten. Dem Gutshaus mit ausgedehnten Gartenanlagen wurde zwischen 1869 und 1870 eine in spätklassizistischem Stil erbaute Kirche beigefügt.
Ein quadratischer Glockenturm mit achtseitigem Spitzhelm ist dem rechteckigen Kirchenschiff im Westen vorgesetzt. An das Schiff fügt sich eine polygonale Chorapsis mit Anbauten an. Unter dem Chor befindet sich wohl eine Grabanlage bzw. Gruft. Der weiß getünchte Ziegelbau wird durch klare Linien, rundbogige Formen und klassische Stilelemente (Ecklisenen) streng gegliedert.
Im 1999 umfangreich sanierten Turm hängen zwei in England gegossene Stahlglocken. Zutritt erlangt der Besucher über das Westportal, das in einer übergiebelten Wandvorlage sitzt. Über eine kleine Treppe in der offenen Vorhalle erreicht man das Hauptportal.
Der Innenraum wird beherrscht von dem beeindruckenden Altaraufsatz, dessen Altarbild den auferstandenen Christus zeigt. Vollplastische Figuren und Säulen flankieren den Mittelteil. Auf dem Gesims schweben zwei Engel, die Bekrönung bildet das Auge Gottes in einer Strahlengloriole.
Die Kirchenwände sind mit Stuckornamenten geschmückt. Von der Decke hängen drei zwölfarmige Messingleuchter herab.
Die Orgel wurde 1845 vom Berliner Orgelbauer Carl August Buchholz (1796-1884) gebaut. Die Kirche erhält derzeit (Sommer 2015) eine umfangreiche Sanierung.
Im Südosten steht das Herrenhaus in rotem Backstein.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am nördlichen Ortsausgang außerhalb des Dorfes im Wald.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001