Dorfkirche Dersenow

1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, ist das Gutsdorf gekennzeichnet von einem ständigen Besitzerwechsel. Durch Aufsiedelung im Jahr 1932 wurde es zum Bauerndorf. Eine Kirche findet 1534 erstmals Erwähnung. Es handelt sich um eine quadratische Fachwerkkirche. Der Zentralbau mit Pyramidendach wird von einer geschlossenen Laterne bekrönt. Die darin befindliche Glocke zeigt ein mittelalterliches Gießerzeichen. Die Gefache sind mit roten Backsteinen gefüllt und zeigen die Figur 'Wilder Mann', an den Gebäudeecken und an der Ostwand nur den 'Halben Mann'. Die rechteckigen Fenster der Längsseiten und das eine Fenster der Ostwand reichen von der ersten bis zur dritten Verriegelung. Zugang zum Innenraum erlangt man über das rechteckige Portal auf der Westseite. 1998 wurden ein Gemeindezentrum mit Unterrichtsraum und eine Winterkirche eingebaut. Auf dem heckengesäumten Kirchhof stehen noch einige Grabsteine aus der Zeit des alten Friedhofes. So das Soldatengrab des Gefreiten Willi Heiden, der am 30. April 1945 ums Leben kam, aber auch der Grabstein für die Familie Timm, die am Neujahrstag 1945 durch einen Fliegerangriff ihr Leben verlor. 'Krieg' ist auch eine Aussage auf dem Grabstein des Ehepaares Grimm, Karl Grimm war Veteran des preußisch-französischen Krieges 1870-71. Der neue Friedhof der Gemeinde erstreckt sich am nordwestlichen Dorfrand. Dort, schon fast mitten im Wald, steht eine schlichte Trauerhalle auf dem kleinen, von einem Maschendrahtzaun umschlossenen Areal.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001