Kapelle Bandekow

1402 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Das ist die Zeit, in der Detlev von Parkentin Bischof in Ratzeburg war und wohl diese Kapelle errichten ließ, wie ein Siegelfund beim Abriss des alten Altars 1862 ergab.
Der spätgotische Backsteinbau steht am südlichen Ortseingang. Einige Wände des rechteckigen Saalbaus sind weiß getüncht, andere zeigen den roten Backstein. Einige der kurzen, spitzbogigen Fenster und auch das Südportal wurden zugesetzt. Betreten wird die Kapelle über das Portal auf der Nordseite. Der westliche Bereich wurde zu Gemeinderäumen umgebaut, der Westgiebel mit modernen Fenstern versehen. In der Ostwand sitzt ein kleines Fenster. An der Wand prangt ein Kreuz, welches das Gebäude als Gotteshaus kennzeichnet.
Der Innenraum ist von einer flachen Holzbalkendecke überzogen. Der Altaraufsatz, im Hauptteil ein Schnitzrelief mit Darstellung der Kreuztragung Christi vom Ende des 15. Jahrhunderts, stammt wohl aus der Kapelle in Gülze und nennt auf der Rückseite u.a. die Jahreszahl 1655. Die schlichte Holzkanzel, ein Werk der Spätrenaissance, entstand 1633. In der Nordwand befindet sich eine Sakramentsnische mit Holztür.
Der gesamte Kirchhof wird von einer Feldsteinmauer umschlossen. Im Südosten steht ein hölzerner Glockenstuhl mit einer Bronzeglocke mit Aufschrift: "Ehre sei Gott in der Höhe". In Apolda im Jahr 2000 gegossen, ist die Glocke zudem noch mit den Initialen -J.S.- versehen.
Weiter westlich steht an der Kirchhofmauer das 1934 errichtete Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich im Kartoffelberg. Dort steht auch eine Trauerhalle. Gleich hinter dem Eingangstor zum Friedhof befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt, dahinter das Grab des Oberzahlmeisters Herbert Sturm, der am 30. April 1945 sein Leben ließ und hier bestattet wurde.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001