Dorfkirche Zahrensdorf (Gemeinde Neu Gülze)

1230 im Ratzeburger Zehntregister erstmals urkundlich erwähnt, ist die Kirche in Zahrensdorf ein Wandel durch die frühen Jahrhunderte Mecklenburgischer Christenheit. Das aus sauber geschichteten Feldsteinquadern errichtete Langhaus ist ein typischer Kirchbau aus spätromanischer Zeit. Die jeweils vier schlanken, in tiefen Nischen sitzenden Schlitzfenster künden bereits den Übergang zur gotischen Bauweise an. Im 15. Jahrhundert wurde dem ursprünglich turmlosen Bau ein Westturm vorgebaut. In mittelalterlicher Burgentradition wurde der Turm als mächtiger Wehrturm mit einem Feldsteinuntergeschoss und verbretterten Obergeschossen errichtet. Das tiefe Gewände des Westportals zeigt die ungeheuere Stärke des Mauerwerkes. Das Geläut in der Glockenstube aus drei Glocken stammt aus dem Jahr 1927 und ersetzte die für Rüstungszwecke im Ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken. Als letzter Bauteil wurde im 17. Jahrhundert der Chor in Backstein angefügt. Hier sind Merkmale der Renaissance und des Frühbarocks unverkennbar. Eine Südsakristei aus Fachwerk schließt das Bauwerk als Ganzes ab. Die Gebäudeecken und die Chorostwand werden von kräftigen Strebepfeilern gestützt. Das Portal auf der Nordseite wurde zugemauert. Süd- und Westportal gewähren Zutritt in den Innenraum. Das Schiff ist mit einer flachen Holzdecke überzogen, im Chor gibt es ein achtteiliges Holzgewölbe. Die Ausstattung reicht von einer üppig verzierten Kanzel aus der Spätrenaissance (1634), über einen barocken Altaraufsatz aus dem Jahr 1750, bis hin zu einer 1912 von Marcus Runge gebauten Orgel. Die Kirche wird von einem weitläufigen Friedhof umgeben. Auf der Südseite steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel. Unmittelbar daneben befindet sich eine Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs. Am südlichen Rand des Kirchhofes steht ein neugotisches Mausoleum aus gelbem Backstein. An der nördlichen Friedhofsmauer befindet sich das Grabmal mit Gruft der Familie von Haase aus dem Jahr 1882.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001