Ruine Pargowo (PL) (ehem. Pargow)

Der Ort wird als 'Pyarch' bereits 1240 im Zehntregister des Bischof Konrad erwähnt. Eine Kirche in Pyarch wird 1336 urkundlich bezeugt. Vermutlich entstand diese Kirche im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Der sauber geschichtete Feldsteinquaderbau hat einen rechteckigen Grundriss mit den Maßen 17 x 8,7 Metern. Ritzquaderung ist erkennbar. Im 14. Jahrhundert wurde die Nordsakristei angefügt. Der Ostgiebel zeigt eine gestaffelte Dreifachblende, darunter das zugesetzte Ostfenster mit gedrückt spitzbogiger Leibung. Die Fensteröffnungen der Längsseiten sind alle ursprünglich. Auf der Südseite befindet sich ein spitzbogiges Portal mit Kleeblattbogen. Das Nordportal ist ein Stufenportal mit Granitsteingewände. Das spitzbogige Westportal wurde mit dem Grabmal der Familie von Blumenthal in Gestalt eines Arkadenportikus aus Sandstein zugesetzt. Im Arkadenbogen prangt das Relief des Familienwappens. Im 17. Jahrhundert stand die Kirche unter dem Patronat der Familie von Wussow. Sofia Eleonora von Wussow stiftete 1696 einen kostbaren Kelch aus Gold und Silber. Er ist das einzig erhaltene Ausstattungsstück der Kirche, wenn man von der Glocke absieht, die in die Muttergotteskirche nach Stettin verlegt wurde.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche zerstört und geplündert. 1963 galt der Kirchbau bereits als Ruine. Der gesamte Kirchhof ist wild überwuchert. Reste eines Friedhofes sind nicht erkennbar.
(weitere Quelle: Informationstafel vor dem Kirchhof)