Dorfkirche Camin (Gemeinde Vellahn)

1194 wird der Ort bereits urkundlich erwähnt. Der slawische Name 'Steinort' ist auf die Steinigkeit der Gegend zurückzuführen. Eine Kirche aus Feldstein hat der Ort auch besessen, doch Unwetter haben dieser Kirche so sehr zugesetzt, dass sie abgerissen werden musste. 1855 wurde die heutige neugotische Kirche im Tudorstil geweiht. Der Bau aus Granitquadern wurde über einem kreuzförmigen Grundriss mit polygonalem Ostschluss errichtet. Der eingezogene Westturm weist im Kern noch mittelalterliche Reste auf. Die Giebel der Seitenschiffe sind in Backstein ausgeführt. Unter der Traufe umläuft ein Zierfries den langgestreckten Bau. Die spitzbogigen Fenster im Schiff sind paarweise angeordnet; die einzelnen Chorfenster haben einen Polygonbogen und sind mit Glasmalereien geschmückt. Der Chorraum ist mit einem reich entwickelten Sterngewölbe überzogen, im Schiff sind einfache Sterngewölbe sichtbar. Die Innenausstattung ist bauzeitlich. Das von C. Canow 1854 gemalte Altarbild zeigt Jesus betend im Garten Gethsemane. Die von Friedrich Wilhelm Winzer 1855 gebaute Orgel wurde 1921 von Marcus Runge restauriert, ist aber heute nicht mehr bespielbar. Der weitläufige Kirchhof ist als Friedhof gestaltet. Im Nordwesten steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Im Südosten befindet sich eine Grablege der herrschaftlichen Familie von Bülow. In die Friedhofsbegrenzung am Südwestrand ist eine neugotische Friedhofskapelle integriert. Sie wird heute als Trauerhalle bzw. Abstellraum genutzt. Auf dem Friedhof befinden sich zudem noch Grabstätten der Pastorenfamilie Clodius sowie das Grab des 2012 mit 80 Jahren verstorbenen Pastors Roland Timm.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001