Dorfkirche Pantlitz (Gemeinde Ahrenshagen-Daskow)

Am Recknitztal gelegen, erhebt sich weithin sichtbar die Pantlitzer Kirche. Der hohe neugotische Backsteinsaal von vier Jochen mit Polygonchor, quadratischem Westturm und zwei südlichen Anbauten ist der einzige Kirchbau des Stralsunder Stadtbaumeisters Ernst von Haselberg und entstand 1869. Anfang der 70er Jahre wurde die Kirche aufgegeben und 1972 sollte sie gesprengt werden. Der Legende nach verwechselten die Sprengmeister jedoch den Ort Pantlitz mit dem bei Stralsund befindlichen Ort Pantelitz.
Seit 1990 erfolgte die Sicherung des Bauwerkes und eine schrittweise Wiederherstellung.
Der Bau erhebt sich über einem Sockel aus sauber geschichteten Granitquadern und ist mit reichen gotisierenden Architekturgliedern und Schmuckformen ausgestattet.
Von Sockelgesims, Wasserschlägen und dem Bogenfries sind Reste der grünen Ziegelglasuren erhalten. Die Fenster und Portale sind mit reichen Gewändeprofilen versehen.
Das Westportal und ein hohes Turmfenster sitzen in einer monumentalen Spitzbogennische. Das Obergeschoss des Turmes ist achteckig, der massiv ausgeführte Helm wurde aus grün glasierten Ziegeln gebaut, musste aber 1926/27 aufgrund erheblicher Schäden mit Kupferblech ummantelt werden.
Auf der Südseite befinden sich Treppenhäuser zu den Emporen der beiden Patronatsfamilien. Sie sind mit den entsprechenden Familienwappen geschmückt.
Das Schiff ist im Innern mit einem vierteiligen, die Apsis mit einem halben fünfteiligen Gewölbe überzogen. Die Ausmalung erfolgte zeittypisch durch quaderförmige Aufteilung der Wandflächen.
Die bauzeitliche Ausstattung mit polygonaler Kanzel, Blockaltar, Emporenbrüstung und Sakristeiverschlag ist aus Holz gearbeitet, die Taufe aus Sandstein ist mit neugotischen Maßwerkformen geschmückt. Das Tafelbild "Die Anbetung der Könige" ist eine Kopie des Gemäldes vom niederländischen Maler Gerrit von Honthorst.
Weitere Ausstattungsstücke wurden nach 1972 z.T. zerstört oder in die Kirche nach Ahrenshagen verbracht, die Reste der Mehmel-Orgel aus dem Jahr 1869 wurden nach Wattmannshagen verkauft.
Die Chorfenster sind mit Glasmalereien in Grisaillemalerei mit Rauten-Teppichmuster, Blütenbodüren und mehrfarbig gestalteten Maßwerkokuli von Dr. Heinrich Oidtmann, Linnich, versehen.
Im Turm hängt eine Glocke aus Bronze, 1869 von Carl Voß, Stettin, umgegossen. 
Im Westen der Kirche erstreckt sich ein kleiner Friedhof. Hier befindet sich auch eine Familiengrabstätte der Familie von Stumpfeld-Lillienanker auf Daskow.
Im Süden der Kirche steht das imposante Kriegerdenkmal mit der Namenstafel der Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Das überwölbte Kirchhofportal zeigt auf der Dorfseite zwei Brustbilder der Reformatoren Luther und Melanchthon.
Jedes Jahr im Juni findet in Pantlitz ein bedeutendes Chortreffen statt: "das Pantlitzer Burgwallsingen." Seit 2005 fungiert die Kirche auch als Radfahrerkirche.
(weitere Quelle: Informationstafel)

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006
Radfahrerkirche PANTLITZ, Flyer, Kirchengemeinde Ahrenshagen,