Dorfkirche Zühr (Gemeinde Körchow)
kath. St. Josef

Katholische Bauern aus dem Emsland, die ihre Heimat wegen der Errichtung eines Kruppschen Schießplatzes 1939/40 verlassen mussten, und Bauern aus der Senne bei Paderborn kamen als Siedler nach Zühr. Für sie wurden ab 1940 katholische Gottesdienste in Wittenburg in einem Privathaus abgehalten. Noch im gleichen Jahr richtete man in der Eingangshalle des damaligen Gutshauses die Pfarrkirche St. Josef ein. 1996/97 wurde ein großes Fachwerkhaus im gleichen Objekt von der katholischen Gemeinde zum Gemeindehaus mit Kirche umgebaut. Am Giebel steht ein geschlossener Glockenstuhl mit zwei Stahlgussglocken, die 1955 als Geschenk von der Bochumer Vereinsgießerei kamen.
Durch seine aus hellem Holz gearbeitete Decke, Altar und Lesepult erscheint der Innenraum licht und warm. Links vor dem Altarraum steht eine Skulptur des Kirchenpatrons, rechts Maria mit dem Kinde.
Das ehemalige Gutshaus steht am Platze neben der Kirche. Um 1740 ließ der Sächsisch-Polnische Feldmarschall Thomas Friedrich von Züle das zweigeschossige Fachwerkhaus errichten. Im Jahre 1830 erwarb die Familie von Graevenitz das Gut. Ihr Wappen - drei Eichenblätter an einem Ast - befindet sich über der Eingangstür. Das Haus wird heute von der CARITAS genutzt.
An der Einfahrt in den Schloßplatz steht das Kriegerdenkmal für die aus Zühr gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001