Dorfkirche Passee

Zwischen 1300 und 1350 erfolgte die Erbauung des zweijochigen Backsteinbaus mit eingezogenem, gerade abschließenden Chor.
Der Chor trägt ein Satteldach, das Kirchenschiff ist mit einem Krüppelwalmdach verschlossen.
In der Ostwand des Chores befindet sich ein spitzbogig geleibtes, dreiteiliges Fenster, in Süd- und Nordwand sind die Fenster zweiteilig; die größeren Schiffsfenster sind dagegen wieder dreiteilig ausgeführt. Auf der Nordseite befindet sich aber nur ein Fenster, das westliche Joch wird von zwei Strebepfeilern gestützt, wobei der östliche abgebrochen wurde, ebenso der nördliche Choranbau (Nordsakristei). Die Fenster der Kirche wurden wohl alle neugotisch verändert. Der Ostgiebel des Chores ist mit einer verputzten gestaffelten Spiegelblende geschmückt. Die Backsteinblenden am östlichen Schiffsgiebel sind nur noch schwer zu erkennen, im Scheitelbereich wirken sie "abgeschnitten". Vermutlich wurde das Dach tiefer gesetzt. Der Westgiebel zeigt ebenfalls Blendenschmuck, die Backsteinblenden sind ungewöhnlich angeordnet und tragen verputzte Scheitelbögen.
Die Priesterpforte auf der Chorsüdseite hat ein spitzbogiges Stufenportal in einer rechteckigen Wandvorlage, auch das Stufenportal der Laienpforte auf der Schiffssüdseite sitzt in einer Wandvorlage, ebenfalls das zugesetzte Westportal.
Vor dem Westgiebel steht ein offener hölzerner Glockenstuhl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die in einem eisernen Glockenstuhl separat aufgehängte Bronzeglocke wurde bei Meyer in Rostock 1749 gegossen.
Die Kirche war lange Zeit nicht benutzbar. 1998 konnte die Sanierung von Dach und Mauerwerk abgeschlossen werden, inzwischen fanden noch umfangreicher Arbeiten im Innenraum statt. Chor und Schiff werden von Kreuzrippengewölben überspannt. Die Ausstattung ist ausgesprochen schlicht. Der einfache, von hölzernen Maßwerk-Schranken umschlossene Altarblock trägt ein kleines Kruzifix. Eine Kanzel mit Portal soll aus dem Jahr 1702 stammen. Im Altarraum steht an der Nordwand unter der Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen eine sechseckige schmiedeeiserne Taufe mit Deckel. Das Gemeindekastengestühl geht wohl auch auf das 18. Jahrhundert zurück. An der Südwand hängt eine Gedenktafel für die Veteranen der Befreiungskriege und an der Nordwand die für die Gefallenen des Krieges 1870/71. Die Brüstung der Westempore stammt wohl bereits aus dem Jahr 1586. Auf der Empore steht eine sehr große, zweimanualige Orgel. Sie wurde von Friedrich Wilhelm Winzer um 1860 gebaut. Leider ist das Instrument in einem erbärmlichen Zustand und bedarf dringend einer Instandsetzung, für die allerdings momentan kein Geld zur Verfügung steht.
Westlich der Kirche befinden sich auf dem umliegenden Friedhof einige Grabstätten, darunter auch eine Kriegsgräberstätte (ohne Bild).
(weitere Quelle: Informationstafel)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001