Ruine Groß Sperrenwalde (Gemeinde Nordwestuckermark)

Die saubere Schichtung der Feldsteinquader des Blendmauerwerkes deutet auf eine Errichtung der heute nur noch als Ruine erhaltenen rechteckigen Saalkirche im 13. Jahrhundert hin. Von der ursprünglich recht stattlichen Kirche sind nur noch das schiffsbreite Turmuntergeschoss, Fragmente der nördlichen Schiffswand sowie Portal- und Fensteröffnungen stehen geblieben. Vermutlich wurde die Kirche bereits im 30jährigen Krieg verwüstet und ist seitdem verfallen. Für einen frühen Verfall der Kirche spricht auch die Tatsache, dass der ursprüngliche Ostschluss weit über die heutige Dorfstraße hinausragte. Fundamentreste wurden in den auf der anderen Straßenseite befindlichen Kleingärten gefunden.
Später wurde aus Steinen der Umfassungsmauern des Kirchenschiffs der nördlich befindliche, quadratische Turm errichtet. Er diente viele Jahrzehnte als Wasserturm für den angrenzenden Herrensitz. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der einhergehenden Enteignung der Gutsbesitzer verfiel dann auch der Turm. Überdies wurden die Feldsteinquader aus dem Blendmauerwerk der Kirchenruine von den Dorfbewohnern herausgebrochen und als Baumaterial verwendet.
Neben der Ruine befinden sich noch einige Grabstätten aus jüngerer Zeit der Friedhofsnutzung. Das Gelände wird zur Straße hin auch durch ein schmiedeeisernes Tor mit Kreuz verschlossen. Groß Sperrenwalde gehört zum evangelischen Pfarrsprengel Lindenhagen.
(weitere Quelle: Informationen eines Anwohners)