Dorfkirche Vellahn

Erstmals 1194 urkundlich erwähnt, besaß das Dorf Vellahn eine der ältesten und kunstgeschichtlich wertvollsten Dorfkirchen Mecklenburgs. Der zu jener Zeit errichtete turmlose Feldsteinbau musste 1881 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. In den darauffolgenden Jahren 1883-1885 entstand nach den Entwürfen des Landbaumeisters Hermann Schlossers und des Schweriner Hofbaurates Theodor Krüger eine neugotische Backsteinkirche über kreuzförmigem Grundriss mit polygonal geschlossenem Chor. Im Westen erhebt sich ein dreigeschossiger Turm mit eingezogener Glockenstube und achtseitigem Spitzhelm. Das Geläut besteht aus nur einer Bronzeglocke von 1494, die wohl schon im mittelalterlichen Vorgängerbau ertönte. Zahlreiche neugotische Zierelemente schmücken den Außenbau, der von getreppten Strebepfeilern gegliedert wird. Ein schlanker Vierungsturm besetzt den zentralen Dachfirst. Zu Bauarbeiten im September 2015 wurde das Türmchen abgenommen und auf dem Kirchhof abgestellt. An den Chorseiten befinden sich Anbauten. Auf der Nordostseite dient ein solcher Anbau als Erbbegräbnis, über dem Portal prangt ein entsprechendes Familienwappen. Betreten wird die Kirche über das reich profilierte und in einer übergiebelten Wandvorlage sitzende Westportal. Im Tympanon (Giebelfeld) steht der Psalm 150 Vers 1 geschrieben: "Lobet den Herrn in seinem Heiligthume". Der Innenraum wird von ausgemalten Gewölben überspannt. Die Ausstattung ist bauzeitlich im neugotischen Stil gehalten. Der Altaraufsatz zeigt Figuren des Gekreuzigten und der vier Evangelisten. Die hölzerne Kanzel mit Fuß, Aufgang und durchbrochenem Schalldeckel ist reich mit Maßwerk geschmückt, ebenso wie das Chorgestühl und der Prospekt der 1885 von Friedrich Albert Mehmel in seiner Wismarer Werkstatt gebauten Orgel. Die Glasmalereien der Chorfenster zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Die Kronleuchter wurden vom Schmiedemeister ZAHN aus Vellahn gefertigt. Von den ursprünglich in der Kirche gezeigten Epitaphien ist nur einer erhalten geblieben. Er erinnert an den 1685 gestorbenen Jasper von Lützow und seine Gattin Anna von Bülow. Die Innenausstattung vervollständigt ein hölzernes Kruzifix aus dem Jahr 1744. Zum Kirchenschatz gehört ein Abendmahlskelch von 1598, seine Inschrift verweist auf eine private Stiftung in slowakischer Gegend. Darüber, wie der Kelch nach Vellahn gekommen ist, gibt es leider keine Hinweise. Die Kirche steht leicht erhöht auf einem von Bäumen gesäumten und von einer Feldsteintrockenmauer begrenzten Platz. Vor dem südlichen Seitenschiff erhebt sich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Krieges von 1870/71. Der Friedhof der Gemeinde erstreckt sich am nordwestlichen Ortsrand (Wittenburger Str.). Neben einem Erbbegräbnis der Familie Borgmann aus dem Jahr 1860 findet man hier auch eine Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs steht auf einem Platz vor dem Haupteingang zum Friedhof. Der von einem Adler bekrönte Gedenkstein mit Namenstafel wurde um eine weitere Tafel zum Gedenken der Kriegstoten 1939-1945 ergänzt.     

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001