Dorfkirche Dallmin (Stadt Karstädt)

Das Gut Dallmin mit den Orten Strehlen und Postlin gehörte zu Beginn des 20. Jahrhundert Victor von Podbielski (1844-1916). Dieser hatte das Gut von seinem Vater Theophil von Podbielski (1814-1879) geerbt. Als langjähriger und enger Freund von Kaiser Wilhelm II. verhalf er Dallmin zu ungewohnter Blüte. In Strehlen und Postlin förderte er als Patron die Kirchenumbauten. Als Gutsbesitzer fiel ihm auch das Patronat der Dallminer Kirche zu. Auch diese Kirche erfuhr zahlreiche Veränderungen und Umbauten.
Der älteste Teil ist ein aus Feldsteinquadern geschichtetes Schiff, errichtet im 15./16. Jahrhundert. In das Schiff eingezogen ist ein quadratischer Fachwerkturm mit barocker Haube und offener Laterne aus dem 18. Jahrhundert. Vermutlich zur selben Zeit wurde die Kirche nach Osten um einen schiffsbreiten Backstein-Chor verlängert und barock überformt. Ein Segmentbogen über einem der südlichen Schiffsfenster nennt die Jahreszahl 1710.
Die Ostwand gibt einige Rätsel auf. Die Balkenführung im Fachwerkgiebel lässt auf eine geplante Apsis oder eine östlich anschließende Gruft schließen; die in der Wand verarbeiteten Feldsteine könnten aus der ursprünglichen Ostwand stammen. Auch die beiden, zusätzlich zu dem wohl ursprünglichen Spitzbogenportal, auf der Nordseite eingesetzten Pforten können als Zugänge zu Patronatsempore und Erbbegräbnis gedient haben.
Heute schließt sich jedenfalls an die Ostwand das Familienbegräbnis derer von Podbielski an. Einige Tafeln sind in die Ostwand eingelassen. Theophil von Podbielski heiratete Agnes von Jagow, deren Familie Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz von Gut Dallmin war. Ihr Sohn Victor von Podbielski wurde ein bedeutender preußischer Staatsmann. 1916 starb der sowohl in Politik, Militär und Beamtentum als auch in der Bevölkerung äußerst beliebte Staatsmann und Landjunker. Nicht zuletzt der freundschaftlichen Verbundenheit mit Kaiser Wilhelm II. ist das außergewöhnliche Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs neben dem Kirchhof zu verdanken. Die Dallminer Glocken fielen vielleicht gerade wegen der kaiserlichen Verbundenheit der Kriegsrüstung zum Opfer. Sämtliche der drei Stahlglocken im freistehenden Glockenstuhl auf der Nordseite der Kirche sind Nachgüsse aus Friedenszeiten.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am westlichen Ortsrand. Der Zugang zur 1958 errichteten Trauerhalle wird von abgelegten Grabsteinen gesäumt.