Dorfkirche Karcheez (Gemeinde Gülzow-Prüzen)

Der Ort wird 1234 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte dem Bischof von Schwerin. Mit dem Bau der rechteckigen Saalkirche wurde im 13. Jahrhundert über einem breiten Feldsteinsockel begonnen, auch das Untergeschoss des quadratischen Westturmes und die blendengeschmückte Nordsakristei sind aus Feldsteinen errichtet. Das Schiff und der Turmoberbau wurden im 14. Jahrhundert aus Backstein vollendet. In der Ostwand sitzt ein ungewöhnliches Doppelfenster mit Winkelsturz und gestufter spitzbogiger Leibung. Unter dem Fenster befindet sich eine Figurennische, was auf eine Heiligenverehrung und ggf. auch auf eine Wallfahrtskirche schließen lässt.
Der Innenraum ist mit einer flachen Holzbalkendecke überzogen.
Im Altarraum befinden sich in den Wänden weitere spitzbogige Nischen.
Der kleine Flügelaltar aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert zeigt im Mittelschrein Schnitzfiguren der Heiligen Familie.
Zur Ausstattung gehören noch eine schmucklose Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts sowie ein hölzerner Taufständer, wohl auch aus der Zeit.
An den Wänden sind Reste einer Bemalung freigelegt worden.
Im Grabgewölbe unter dem Altar wurden Angehörige der Familie Bobzin beigesetzt. Durch die Öffnungen im Sockel kann man einen Blick in das Grabgewölbe werfen.
Im Turm hängen zwei Glocken, welche im Jahr 1861 in Wismar umgegossen wurden.
Die Kirche ist mittlerweile sehr baufällig, deshalb wurde das Bauwerk mit Anker gegen Abrutschen gesichert.
Auf dem Kirchhof erstreckt sich ein Friedhof.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997