Dorfkirche Kreutzmannshagen (Gemeinde Süderholz)

Der einschiffige Feldsteinbau unter Verwendung von Backsteinen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die turmlose langgestreckte Saalkirche hat einen Chorschluss aus dem Achteck mit Strebepfeilern.
Die Spitzbogenfenster mit zweifach gefasten Gewänden sind überwiegend dreibahnig und haben gemauerte oder hölzerne Pfosten, am Chor befinden sich auch zwei segmentbogig veränderte Fenster.
West- und Südportal sowie das zugesetzte Chorsüdportal haben ebenfalls gefaste Gewände mit eingestelltem Dreiviertelstab.
Ein hölzerner Westturm wird 1587 als baufällig und nochmals 1784 erwähnt.
Der heute verputzte Westgiebel zeigt wegen des geplanten Turmbaus nur seitlich ansteigende Blenden.
Der Innenraum war ursprünglich für eine Wölbung vorbereitet worden, erhielt später aber eine Balkendecke, die im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts als Voutendecke erneuert und mit drei gemalten Deckenspiegeln versehen wurde. Die beiden äußeren Spiegel erhielten eine einfache Marmorierung, der mittlere Spiegel zeigt im rechteckigen Rahmen Christus Triumphator.
Der architektonisch gegliederte Altaraufsatz ist ein Werk des Greifswalder Kunsttischlers Christian Pahlmann und entstand um die Mitte des 18. Jahrhunderts (1756). Seine von Samuel Schönfeldt aus Greifswald gemalten Tafelbilder zeigen im Mittelteil die Kreuzigung und in der Predella das Abendmahl. Der Aufsatz wird von je einem Paar aus Säule und Pilaster flankiert, ist in der Bekrönung mit einem Relief der Taube des Heiligen Geistes im Strahlenkranz geschmückt und trägt auf dem Gesims die Figuren von Mose und der "Ecclesia". Die Brüstungsfelder des Altargeheges zeigen drei Bilder mit Darstellungen von Gleichnissen aus dem Neuen Testament.
Die kleeblattförmig ausgebauchte Kanzel mit einem vom "Auge Gottes" bekrönten Schalldeckel entstand zwischen 1756 und 1760. An der Rückwand befindet sich ein Bild vom Schmerzensmann
und am Kanzelkorb das Gleichnis vom Sämann und dem "Viererlei Acker".
Der mittelalterliche Taufstein aus Granit wurde 1972 restauriert und erhielt einen modernen Schaft und Fuß. Aus dieser Zeit stammt auch die aus einer Grabplatte des 18. Jahrhunderts umgestaltete Gedenktafel für die Weltkriegsopfer.
Das sehr einfache Kastengestühl für die Gemeinde, das Patronats- und Predigergestühl mit aufgelegten Zahnfriesen und die barock geschwungene Orgelempore kamen 1704 in die Kirche.
Die Orgel wurde von Friedrich Albert Mehmel, Stralsund, 1882 gebaut (Vorgängerinstrument von Christian Kindten) und steckt in einem neugotischen Prospekt.
Im Altarraum befinden sich Sakramentsnischen in Blendrahmen im Mauerwerk der Fenster.
Seit 1796 existiert ein freistehender Glockenturm, 1984 abgetragen und 2001 neu errichtet. In ihm hängt eine Glocke von 1850, im 20. Jahrhundert in Apolda umgegossen; eine zweite Glocke kam im Mai 2009 hinzu.
Der Kirchhof wird von einer Feldsteintrockenmauer umgeben.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006