Dorfkirche Glienicke (Gemeinde Heiligengrabe)

Eine urkundliche Ersterwähnung fand das Dorf 1316 als Glynike. Der Name wurde aus dem slawischen "glinki" abgeleitet und bedeutet soviel wie Lehmfeld. Das Runddorf erhielt auf königlichem Geheiß 1815 eine neue Kirche. Auf dem zentralen Anger wurde in vier Jahren eine von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entworfene, achteckige Kapelle errichtet. Der gleichseitige Putzbau "war ein frühes Beispiel für Schinkels Suche nach gleichermaßen zweckmäßigen wie ästhetischen Lösungen für den Landkirchenbau". Das Achteck steht in seiner Symbolhaftigkeit für die Ewigkeit. Auffällig sind die weit oben angebrachten Rundfenster. In der Mitte des Zeltdaches erhebt sich eine geschlossene Laterne mit Spitzhelm. Dieser Turmaufsatz musste 1977/78 wegen Baufälligkeit abgetragen werden und wurde ca. 20 Jahre später in veränderter Form mit Schindeln neu gedeckt. Im Turm ertönt heute noch eine Glocke aus dem Jahr 1604. Betreten wird die Kirche über ein rundbogiges Portal in der Westwand. Die Ausstattung ist mit Kanzelaltar, Emporen zu fünf Seiten und dem Gemeindegestühl eher schlicht. Um 1870 wollte die Kirchgemeinde eine Orgel anschaffen. Den Auftrag erhielt der Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller (1815-1897). Wegen der Baufälligkeit der Kirche musste 1971 die Orgel zwischenzeitlich in der Wittstocker Heiliggeist-Kirche sichergestellt werden. 2015 wurde das Instrument durch Andreas Arnold (Mecklenburger Orgelbau Plau am See) umfassend repariert und mit einem elektrischen Gebläse ausgestattet. Die formschöne Kirche ist von einem Friedhof umgeben und wird von einer Feldsteinmauer umfasst. Im Osten befindet sich eine Gruft. Am südöstlichen Rand steht eine Leichenhalle, die heute auch als Toilettenhaus dient.
Seit 1974 ist Glienicke ein Ortsteil von Zaatzke und gehört seit 2003 zur Gemeinde Heiligengrabe. Die amtliche Schreibweise ist eigentlich Glienike.
(weitere Quellen: Informationstafel im Ort, Informationsblatt an der Kirche)