Dorfkirche Zurow
St. Barbara

Der Ort wird 1303 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der einschiffige, dreijochige Backsteinbau wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der Westturm wurde nachträglich angefügt und ist nicht mit dem Schiff verbunden. Die unteren Geschosse sind älteren Datums, die oberen folgen dem Vorbild der Wismarer Stadtkirchen und wurden im späten 15. Jahrhundert gebaut. Den Abschluss bildet ein Satteldach mit reich em Giebelschmuck aus glasierten Ziegeln. Im Turm hängt eine Glocke.
Der im Osten polygonal aus dem Achteck schließende Chor ist gegenüber dem Schiff um eine Stufe erhöht. Die Gewölbekappen im Chor zeigen eine Wandmalerei mit Spruchbändern und Familienwappen derer von Strahlendorff und von Bülow. Die Besonderheit stellen aber die beiden Spruchbänder dar: Das nördliche ist spiegelverkehrt aufgemalt, wofür es zwei Erklärungen gibt. Die erste besagt, da die Bauleute zur damaligen Zeit nicht des Lesens habhaft waren, haben sie die Schablone einfach falsch aufgelegt; die zweite geht davon aus, dass Gott es lesen soll, und der schaut von oben darauf.
Erwähnenswert ist auch der um 1500 entstandene Schnitzaltar mit einer Darstellung der Marienkrönung im Mittelschrein. Die Kanzel ist ein Werk der Renaissance, wobei der Aufgang im Original nicht mehr vorhanden ist. Die Brüstung der ehemaligen Patronatsloge mit den Stammbaumwappen derer von Raven wurde an der Südwand aufgehängt.
Auf der Westempore steht ein barocker Orgelprospekt aus dem 18. Jahrhundert in den 1861 Friedrich Wilhelm Winzer eine Orgel einbaute bzw. der 1861 aus Wismar hierher kam.
In einem Schiffsfenster auf der Nordseite befindet sich eine Wappenscheibe mit den Wappen v.Bassewitz? / v.Tarnevitz.
Im Turmraum hängt der barocke Taufengel.
Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof steht eine neugotische Begräbniskapelle mit einem Wappen im Spitzbogen des Westportals und eine sehr alte Linde.

 

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001