Ruine Schorssow

In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde mit der Erbauung des Kirchenschiffs im spätromanischen Stil als Patronatskirche des urkundlich ersten Lehnsherrn von Schorssow, Heinrich von Moltzan, und als Tochterkirche der Mutterkirche in Dahmen begonnen.
Ritter Heinrich von Moltzan hatte zwei Söhne, von denen einer als Raubritter von Malchiner Bürgern in Faulenrost erschlagen wurde, der andere ließ zum Ende des 14. Jahrhunderts den Chor der Feldsteinkirche, nun im gotischen Baustil, zu Ehren der Gottesmutter Maria, der zehntausend Märtyrer und der Heiligen Katharina errichten.
Die Kirche in Schorssow wurde eines der ersten Opfer der Reformation. Sie wurde um 1540 während der Einführung des evangelischen Glaubens in Mecklenburg von Vollrath Preen, dem Schwiegersohn des Bernd Moltzan, verwüstet und zerstört, da die Moltzans als eine der ersten Adligen den Protestantismus einführen wollten.
Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg stand neben der Kirchruine ein Glockenstuhl mit drei Glocken.
1696 stiftete der damalige Besitzer von Schorssow, Ehrenreich von Moltke und seine Frau Catharina Hedwig von Voß, eine neue Kirchenglocke und stellten einen neuen Glockenstuhl für zwei Glocken in der Ruine auf.
1944 wurden diese Glocken eingezogen und für Rüstungszwecke eingeschmolzen.
Erst im Jahr 2001 konnte die Gemeinde Bülow ausreichend finanzielle Mittel aufbringen, so das von Juli 2001 bis Februar 2002 die Kirchruine von ABM-Kräften gesichert und restauriert werden konnte.
Am 27. Juli 2001 wurde in der Glockengießerei A. Bachert in Heilbronn eine neue Glocke fertiggestellt.
Im Januar 2002 wurde ein neuer Glockenstuhl neben der Kirchruine aufgestellt.
Die Glockenweihe fand am 8. September 2002 statt. 
(Quelle: Informationsblatt des Heimatvereis "Am Malchiner See" e.V.)
Gegenüber der Kirchenruine (Bülower Str. 1) befindet sich der Friedhof der Gemeinde. Er wird von einer Pfeilerreihe aus Backstein umschlossen. Die moderne Trauerhalle zeigt im Innern eine künstlerisch ansprechende Installation.