Dorfkirche Groß Upahl (Gemeinde Gülzow-Prüzen)

Die Kirche ist ein rechteckiger Saalbau aus sauber geschichteten Feldsteinquadern mit blendengeschmückten Giebeln an Ost- und Westwand. Errichtet wohl bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, zählt sie zu den frühen Kirchbauten in Mecklenburg. Der spätromanische Einfluss ist noch an den rundbogigen Fensterleibungen erkennbar.
Im Westen schließt sich ein kurzer verbretterter Glockenturm mit einem abgewalmten Ziegeldach an. Der freistehende Turm ist nur über den Dachstuhl mit dem Kirchenschiff verbunden. Im Turm hängt eine Glocke aus Eisenhartguss, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Ersatz für die eingezogene Bronzeglocke angeschafft wurde. Die Glocke ist nicht läutbar, da der Schlegel nicht im richtigen Verhältnis zur Glocke steht.
In der Nordwand befindet sich ein zugesetztes Stufenportal mit Rundstab. Der Zugang zur Kirche erfolgt über die ehemalige Priesterpforte auf der Südseite.
Der Innenraum wird von einer verputzten Flachdecke überspannt.
Die Ausstattung ist außerordentlich schlicht. Der Altaraufsatz und die Kanzel stammen aus dem späten 18. Jahrhundert. Das heutige Altarbild mit einer Darstellung des Gekreuzigten ist wohl nicht ursprünglich, da am Aufsatz Spuren eines anders geformten Bildes zu erkennen sind; ebenso in der Predella. Die Altarleuchter sind Stiftungen aus dem Jahr 1839. An den Brüstungsfeldern des Kanzelkorbes sind vollplastische Figuren der vier Evangelisten mit ihren Attributen zu sehen.
Die Orgel wurde vor 1708 gebaut und gelangte 1893 aus Polchow in die Kirche, ursprünglich befand sie sich eventuell auf Schloss Rossewitz (nicht erwiesen). Eine Notiz an der Seitenwand verweist auf den in Rostock-Gehlsdorf ansässigen Orgelbauer Carl Börger, der in seiner Wirkungszeit zwischen 1871 und 1917 die Upahler Orgel vielleicht umgebaut hat. 1996 erfolgte eine Renovierung durch die Firma Nußbücker aus Plau. Neben der Orgel steht noch ein Mannborg-Harmonium.
Gemeindegestühl, Logen und Pastorenstuhl stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Die Kirche wird von einem kleinen Friedhof umgeben.


Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997