Dorfkirche Steinhagen b. Stralsund

Die stattliche gotische Hallenkirche von insgesamt vier Jochen wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut.
Der im Schatten des Klosters Neuenkamp (Franzburg) errichtete Backsteinbau fand 1283 seine Ersterwähnung.
Das zweijochige Schiff besitzt auf der Nordseite ein schmales Seitenschiff in gleicher Höhe mit blendengegliederten Giebeln. Der Anbau im östlichen Teil wurde abgebrochen.
Der quadratische Westturm mit einem Untergeschoss aus Feldstein, einem reich profilierten Westportal und einem Pyramidendach sowie die Südvorhalle mit blendengeschmücktem Giebel und Sonnenuhr aus Sandstein stammen aus dem 15. Jahrhundert.
In den Jahren 1989-1991 fanden umfassende Erneuerungen statt.
Der Ostgiebel ist mit schlanken gekuppelten Spitzbogenblenden geschmückt, in der Wand darunter befindet sich ein vierbahniges Fenster mit Winkelstürzen in einer verputzten Spitzbogenblende.
Das Südportal hat ein Stufengewände aus Rund- und Birnstab, das Nordportal in einer rechteckigen Vorlage hat Fasen und Birnstäbe.
Der Innenraum wird von Kreuzrippengewölben überspannt
An der Chor-Ostwand wurden 1990 mittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit um 1380 freigelegt ( Marien Krönung und Weltgericht).
Die Triumphkreuzgruppe vom Ende des15. Jahrhundert wurde als Altaraufsatz umgestaltet.
Die Kanzel stammt von 1659 und wurde mit barocken Malereien von Passion und Auferstehung Christi versehen.
Eine Granittaufe mit zwölfseitiger Kuppa stammt wohl aus dem 13./14. Jahrhundert, die neugotische Taufe aus Kunststein aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die barocke Malerei an der Südempore (um 1670) zeigt Szenen aus dem Hohen Lied der Liebe.
An der Nordempore aus dem 18. Jahrhundert sind dagegen Szenen aus dem Leben Christi gezeigt.
Auf der Westempore aus dem 19. Jahrhundert steht ein fünfteiliger neugotischer Orgelprospekt mit einem Instrument, gebaut 1863 von Friedrich Albert Mehmel, Stralsund.
Der Holz-Epitaph des Stifters der Malereien, das Ehepaar von Klinkowström, weist einen architektonischen Säulen-Aufbau mit Schnitzfiguren von Mose, Aron und den Allegorien Liebe und Geduld, Gemälden von Kreuzabnahme und Grablegung sowie Porträtmedaillons der Eheleute, umgeben von reichem Schnitzwerk, auf. Eventuell handelt es sich bei dem Kunstwerk um den alten Altaraufsatz.
In den Fenstern befinden sich fünf Kabinettscheiben mit szenischen und ornamentalen Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert.
Im Turm hängt eine Glocke aus der Zeit nach dem 30jährigem Krieg, 1683 von Adam Lohmeier gegossen. Im Turmraum steht eine Mordwange des Detmarus Mohrdorf aus dem Ende des 15. Jahrhunderts mit Ritzzeichnungen (der Ermordete, Weltgericht). Dazu hängen an den Wänden zwei Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus dem Kirchspiel sowie eine Tafel für die Veteranen des Feldzuges von 1866.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteintrockenmauer umgeben und wird betreten durch ein verputztes Portal mit Stichbogenöffnung aus dem Jahr 1776.
Sehenswert ist das gesamte Ensemble von Kirche, Friedhof, denkmalgeschütztem Pfarrhaus von 1810, Scheune, Park und historischer Streuobstwiese mit 70 Bäumen seltener Apfelsorten.
Zwischen Ostgiebel und Pfarrhaus wurde 1933 ein Kriegerdenkmal mit Namenssteinen errichtet und 1935 geweiht.

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006