Dorfkirche Basedow

Basedow wird erstmalig 1247 urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch der älteste Teil der Dorfkirche, ein in Feldsteinmauerwerk errichteter Rechteckchor, an den im 15. Jahrhundert ein dreijochiges Schiff angebaut wurde und erst im Zuge einer Restaurierung zwischen 1855 und 1857 der hohe neugotische Turm entstand.
Von 1357 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war der Ort Sitz der gräflichen Familie Hahn, die hier nicht nur einen aufwendigen Schlossbau errichten ließen, sondern im 16. und 17. Jahrhundert auch die Ausgestaltung der Dorfkirche entscheidend beeinflusste. Wegen ihrer ungewöhnlich reichen und einheitlichen Innenausstattung hat die Kirche eine besondere Bedeutung für die mecklenburgische Kirchen- und Kunstgeschichte.
Die gesamte Breite des Altarraums nimmt der aus Sandstein gefertigte Altar aus dem Jahr 1592 ein. In seine Architektur fügen sich mehrere Marmorreliefs, Schrifttafeln, plastische Figuren und Wappenschilde ein.
Etwa zur gleichen Zeit entstand die mit reichem Schnitzwerk geschmückte Westempore. Die Orgel darauf ist eines der kostbarsten historischen Instrumente in Mecklenburg. Das dreimanualige Werk wurde 1680 bis 1683 in der Werkstatt des Güstrower Orgelbauers Samuel Gercke unter maßgeblicher Mitwirkung seines Schwiegervaters Heinrich Herbst sen. und seines Schwagers Heinrich Herbst jun. gebaut.
An der Nordwand von Chor und Schiff ließ die Patronatsfamilie Hahn mehrere steinerne Epitaphien setzen, die zum Teil aus der Werkstatt des Güstrower Architekten und Bildhauers Claus Midow stammen. Der aufwendigste steht im Chor und wurde 1594 von Hans Hahn für seine Eltern, Werner Hahn und Anna von der Lühe gestiftet. Der an Pracht und Größe mit dem Altar wetteifernde Aufbau zeigt in der Mitte den triumphierenden Christus auf einem Marmorrelief, fast lebensgroße kniende Figuren und zahlreiche Familienwappen.
Zur Ausstattung gehören weiterhin eine Renaissance-Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel, eine Triumphkreuzgruppe, der geschnitzte Taufständer und bemalte Brüstungsteile einer Patronatsloge sowie Gedenktafeln für die Weltkriegsopfer an der Westwand.
Der die Kirche umgebende Friedhof wird von einer hellen Backsteinmauer umschlossen und über ein dreiteiliges Treppenportal mit spitzbogigen Durchlassen betreten. Auf dem Friedhof befinden sich weitere Grabstellen der Familie Hahn. An der Außenmauer der Kirche wurde auch eine alte Grabplatte der Familie Hahn aufgestellt. An der Süd- und Nordseite des Chores wurde Grabkapellen angefügt.
Eine Grabstelle auf dem Friedhof erinnert an den ehemaligen Landesbischof D. Tolzien und seine Familie.
Etwas entfernt vom Kirchhof steht eine schlanke Stele mit der Aufschrift der weihnachtlichen Friedensbotschaft.
Ein weiterer, kommunaler Friedhof befindet sich am südlichen Ortsausgang (Randowberg).

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975