Dorfkirche Niepars

Die im späten 13. Jahrhundert errichtete dreijochige Basilika hat im Laufe der Jahrhunderte ihr Äußeres stark verändert.
So wurde das südliche Seitenschiff abgebrochen und die Scheidebögen vermauert. In der Ecke sind noch die runden Bogenpfeiler erkennbar. Die nördlichen Anbauten stellen bis auf die Sakristei im Osten auch nicht den ursprünglichen Zustand dar, sie wurden nachträglich angebaut und dienten den Patronatsfamilien als Erbbegräbnis oder Logenzugang. Rittergutsbesitzer Dr. med. Chr. Schmidt, Patron der Kirche seit 1841, nahm die westlichste der nördlichen Kapellen als Erbbegräbnis.
1786 wurde der Turm wegen Baufälligkeit abgebrochen und an seiner Stelle ein Fachwerkanbau gesetzt.
Der zweijochige Rechteckchor mit farbigem Kleeblatt-Fries wurde ursprünglich durch ein dreiteiliges Fenster von Osten beleuchtet, das jedoch 1726 zugunsten eines barocken Altaraufsatzes mit plastischer Kreuzigungsgruppe aus der Stralsunder Werkstatt des Elias Kessler vermauert wurde. 
Die mittelalterliche Außenbemalung im Traufband wurde bei Renovierungsarbeiten nach 2010 wiederhergestellt.
Auch im Inneren der Kirche wurde viel verändert, z.B. das Grabgewölbe nahe der Kanzel zugemauert. Drei Kreuzrippengewölbe schließen den Innenraum.
Zur barocken Ausstattung kommt die ebenfalls von Elias Kessler 1723 gefertigte Kanzel hinzu. In die Holzbretter des Kanzelaufgangs wurden Inschriften geritzt. Die Jahreszahlen verweisen dabei auf eine Zeit weit vor dem Bau der barocken Kanzel. Vermutlich gehörte der Zugang also bereits zur Vorgängerkanzel.
Altarraum und Langhaus wurden im 18. Jahrhundert mit Emporen versehen. Wappen der Patronats- und Stifterfamilien (z.B. von Platen) schmücken die Brüstungen. Zwischen den beiden Emporen an der Nordwand gibt ein schweres Holztor mit barocker Rankenmalerei den Zugang zu der dahinterliegenden Eingangsvorhalle und dem äußeren Nordportal frei. Auf der Innenseite der Tür ist ein Monogramm angebracht (vermutlich auch "von Platen").
Zur weiteren Ausstattung gehören ein stark beschädigter, dreiteiliger Renaissance-Altar aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts (er wurde im Rahmen einer Doktorarbeit renoviert und steht an der Westwand) und der Epitaph mit Rüstung des Johann von Jäger (Erbherr von Wüstenhagen und Lassentin). Mehrere alte, in den Fußboden eingelassene Grabsteine mit Wappenreliefs künden von den zahlreichen Herren früherer Tage.
1867 bekam die Kirche eine Orgel aus der Stralsunder Werkstatt von Friedrich Albert Mehmel, die 1999 aus Mitteln der Gemeinde grundlegend restauriert werden konnte.
1996 wurde die nördliche Eingangsvorhalle restauriert, dort steht die kelchförmige Granittaufe aus dem 14. Jahrhundert. An der Südwand hängt eine große, dreiteilige Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Eine deutlich kleinere für die Kriege 1866 und 1870/71 steht an der Nordwand.
1997 wurde die ursprüngliche Farbgebung der Sakristei wiederhergestellt.
2002 wurden die Fenster und besonders gestörte Teile des Außenmauerwerks repariert.
Im freistehenden Glockenstuhl auf der Nordseite hängen zwei Glocken, Bronze 1930 und Eisenhartguss 1959.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, am südlichen Eingang steht eine kleine Begräbniskapelle. Am Ortsausgang Richtung Norden (Neue Straße 9) liegt zudem noch ein neuer Friedhof, wahrscheinlich ein kommunaler.
Das Kriegerdenkmal für die Gefallenenn des Ersten Weltkriegs befindet sich in der Ortsmitte in der Gartenstraße.

Quellen: