Dorfkirche Horst (Gemeinde Sundhagen)

Von weither sichtbar ist die Horster Pfarrkirche, ein im Dorfzentrum gelegener einschiffiger Backsteinbau aus dem 14./15. Jahrhundert mit einem höheren Rechteckchor, Südsakristei und vorgesetzem quadratischem Westturm.
An den um 1300 aus Backstein errichteten, stattlichen Chor, dessen inzwischen zugesetztes Nordportal und die bis unter die Traufe reichenden hohen Spitzbogenfenster ungewöhnlich kräftig profilierte Gewände besitzen, sind erst im 15. Jahrhundert ein schlichteres zweijochiges Schiff und der quadratische Westturm angebaut worden.
Die schlichte mittelalterliche Blendengliederung am Westgiebel des Chores beweist, dass er ursprünglich frei sichtbar war. Der Ostgiebel wurde im 17. Jahrhundert im Stil der Spätrenaissance umgestaltet.
Das Obergeschoss des einen Feldsteinsockel besitzenden Turmes ist von dicht gereihten Spitzbogenfenstern und -blenden gegliedert und trägt einen vierseitigen Helm.
Chor und Schiff werden von Kreuzrippengewölben überspannt. Die Gewölberippen sind mit Malereien versehen. Im Inneren der Kirche finden sich zudem relativ gut erhaltene spätgotische Wandmalereien, die 1992 bis 1996 freigelegt wurden, darunter ein überlebensgroßer Apostelfries im Chorbereich.
Aus der Zeit um 1500 stammt der spätgotische Schnitzaltar im Stil der vielfigurigen brabantischen Flügelaltäre. In zehn Feldern werden in qualitätvollen Reliefs Szenen aus dem Marienleben dargestellt, in der Predella stehen zudem zehn sehr bewegte Heiligenfiguren. Ebenfalls aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammt das neugotisch gefasste Kruzifix an der Nordwand des Chores über einer Taufsteinkuppa aus Kalkstein aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. An der Südseite des Chores hängt ein Wappenepitaph für den Herrn von Platen.
Die im Renaissancestil gearbeitete Kanzel an der Südseite des Triumphbogens wurde 1602 in der Werkstatt von Johannes Buggenhof aus Greifswald gefertigt. Aus gleicher Zeit stammen auch die Gestühlswangen bzw. -einfassungen, sowie der "Frau-Pastorin-Stuhl" im zweijochigen Schiff der Kirche.
Die Orgel mit neugotischem Prospekt (um 1850)  ist das Werk von Johannes Nerlich aus Stralsund und bedarf einer Restaurierung.
Den Zugang zum Kirchhof und den die Kirche umgebenden Friedhof ermöglicht ein Backsteinportal mit rundbogigem Tordurchlass im Nordwesten. Auf der linken Seite neben dem Portal steht das efeuumrankte Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage