Dorfkirche Gristow (Gemeinde Mesekenhagen)

Die Kirche an der Wiek gehört mit zu den ältesten Gründungen dieser Gegend. Das Rügensche Fürstenhaus hatte um 1280 die Herrschaft über dieses Gebiet. Der Backsteinbau über einem Granitquadersockel stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und besaß vermutlich ursprünglich zwei Schiffe von vier Jochen und eine Nordsakristei. 1665 kam es zum Einsturz der Gewölbe. Um 1680 wurde ein hölzerner Westturm in den Büchern erwähnt. Der heutige Turm aus Ziegel wurde zwischen 1839 und 1841 unter Leitung des Wegebaumeisters Hassenstein aus Greifswald errichtet.
Obwohl im Baukörper alt, sind in den letzen Jahrhunderten so viele Änderungen an der Innengestaltung vorgenommen worden, so dass man heute einen klaren, übersichtlichen Raum vorfindet, der mit wenigem und dezentem Schmuck eine innere Ungezwungenheit bietet. Die Holzausstattung stammt überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, so die Kanzel (1856) mit reichen Maßwerkformen und einem stark durchbrochenen Schalldeckel mit Fialen.
Die Orgel, von Johann Simon Buchholz unter Mitwirkung seines Sohnes Carl August Buchholz 1820 in Berlin erbaut, wurde 1886 durch Barnim Grüneberg, Stettin, erweitert und ist 1998/99 mit einer Restauration wieder in die Klangfülle der romantischen Zeit zurückversetzt worden.
Der alte Taufstein aus gotländischem Kalkstein stammt wohl bereits aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Ostfenster sowie ein Rundfenster auf der Südseite sind mit ornamentaler Glasmalerei geschmückt. An der Westwand unter der Empore sind die Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus den einzelnen Dörfern des Kirchspiels angebracht.
In einer Höhe von ca. 30 Metern bietet sich vom Turm ein uneingeschränkter Blick auf die Inseln Rügen und Riems, zum Ruden und Oie, und in die wundervolle Boddenlandschaft. Im Turm hängen zwei Glocken, 1881bei Voß in Stettin und 1999 in der Glockengießerei Lauchhammer gegossen.
Im östlichen Bereich des alten Friedhofes befinden sich einige Pastorengräber. Dort schließt sich dann auch der Pfarrgarten mit dem alten Pfarrhaus an.
Ein neuer Friedhof befindet sich am Walde. Dort steht eine Friedhofskapelle aus Backstein im neugotischen Stil. Zwei Holzkreuze verweisen auf Grabstätten gefallener deutscher Soldaten.

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006