Dorfkirche Stoltenhagen (Stadt Grimmen)

Das alte Kirchdorf Stoltenhagen liegt vier Kilometer nördlich von Grimmen.
Der rechteckige Feldsteinsaal mit Verwendung von Backstein für Portal, Fenster und Giebel wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut, der ältere quadratische Chor wohl schon zur Mitte des 13. Jahrhunderts.
Die Südsakristei aus der Zeit um 1500 wurde Ende des 18. Jahrhunderts für die Familie von Appelmann zur Gruft umgebaut.
Am Ostgiebel befinden sich ein gemauertes Blendenkreuz und abgetreppte Rauten sowie ein Zahnfries.
Der Ostgiebel des Schiffes wird von Spitzbogenblenden geschmückt.
Das zugesetzte spitzbogige Stufenportal auf der Südseite hat eine gefaste Leibung.
Die große Spitzbogenöffnung in der Westwand als ursprüngliche Zugangsmöglichkeit zum nicht ausgeführten Westturm wurde zugesetzt.
Der freistehende verbretterte Glockenturm von 1667 steht östlich des Chores. Die beiden barocken Glocken schweigen. (1702, von Ernst Siebenbaum, Rostock; 1728, von Johann Metzler, Stralsund)
Architektonische Besonderheiten sind die kuppelförmigem Kreuzrippengewölbe, im Chor auf Maskenkonsolen. 
Von dem einst reichen Inventar der Kirche befinden sich noch einige Stücke in der Kirche.
Die barocke Kanzel mit Schalldeckel und Sitzfiguren der Evangelisten, wohl von Elias Kessler, stammt aus der 1.Hälfte des 18. Jahrhunderts, ein Lesepult von 1720.
Ein neugotischer Altaraufsatz stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ebenso Taufständer, Empore und Gestühl.
Die wertvolle Orgel wurde 1821 von dem bekannten Orgelbaumeister Carl August Buchholz aus Berlin gefertigt, dazu ein dreiteiliger neugotischer Prospekt mit Wimpergen und Fialen geschmückt.
Vorhanden sind auch noch der alte Taufstein aus dem 13. Jahrhundert sowie eine mittelalterliche Holzskulptur einer „Pieta“ (zur Zeit als Leihgabe in St. Marien Grimmen).
Im Innern der Kirche sind wertvolle Malereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert unter einem Kalkanstrich verborgen, die jedoch teilweise sichtbar sind.
Ein Wappenepitaph (1. Hälfte 18. Jh.) und ein Wappengrabstein (1768/1777) von Appelmann vervollständigen die Ausstattung der Kirche.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteintrockenmauer umgeben und wird teilweise als Friedhof genutzt. In unmittelbarer Umgebung befindet sich das Mausoleum der Familie F. Harder von 1861.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006