Dorfkirche Rollwitz

Ein Dorf "Rullenwitze" wurde erstmals urkundlich im Jahre 1375 erwähnt. Zu dieser Zeit gab es bereits eine Feldsteinkirche, von der nur noch der Chor erhalten blieb oder die nur aus diesem Chor bestanden hat. Die Verzahnungen an der Nord- und Südseite deuten jedenfalls auf ein nicht ausgeführtes Schiff hin. In der Ostwand sitzt eine frühgotische Dreifenstergruppe. Der nachträglich gestaltete Westgiebel ist mit spitzbogigen Putzblenden geschmückt.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Kirche verwüstet und erst wieder um das Jahr 1730 aufgebaut.
Im Jahr 1840 wurde ein niedrigerer westlicher Anbau und der massive Unterbau mit dem hölzernen Turmaufsatz angefügt. Ein Triumphbogen verbindet nun Chor und Schiff miteinander.
Der Innenraum ist von einer flachen Holzdecke überzogen.
Zur Ausstattung gehört ein Kanzelaltar mit gewaltigen Abmessungen aus dem Jahr 1731.
Die Westempore und das Gestühl zeigen an den Brüstungen Malereien des 18. Jahrhunderts. Die Orgel ist aus der Werkstatt von F. W. Kaltschmidt, Stettin, der Prospekt ist im Stil der Neorenaissance gestaltet. Ein Opferstock aus dem 17. Jahrhundert komplettiert die Ausstattung.
Von den ursprünglich zwei mittelalterlichen Glocken ist eine Glocke aus dem 14. Jahrhundert noch erhalten. Die zweite Glocke wurde im 2. Weltkrieg eingezogen, aber wohl nicht eingeschmolzen, da sie durch einen glücklichen Zufall im Jahr 2000 in Leipzig wiederentdeckt wurde. Die Kirchengemeinde bemüht sich seither darum, die Glocke zurückzubekommen.
Die Renovierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1994-1998.
Auf der Nordseite der Kirche befinden sich die Reste der Nordsakristei, die auch als Gruft für die Familie des Rittmeisters von Stülpnagel diente. Die Familie von Stülpnagel besaß in der Gegend zwischen Prenzlau und Pasewalk bis ins Jahr 1945 umfangreichen Grundbesitz.
Südlich neben der Kirche steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
(weitere Quelle: Informationsblatt im Schaukasten)
 
 Kriegerdenkmal neben der Kirche

Quellen:
Vom Grossen Landgraben bis zur Oder - Offene Kirchen III, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006