Dorfkirche Dersekow

Der jetzige Bau der Kirche stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Feldsteinsaal von zwei Jochen mit Nordsakristei zeigt Architekturglieder in Backstein. Der in Schiffsbreite geplante Westturm wurde nicht ausgeführt, in der Westwand ist aber die Verzahnung vorhanden. Dafür wurde im 17. Jahrhundert ein geböschter Holzturm errichtet. Zwischen 1857 und 1862 wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten unter dem Universitätsbaumeister Gustav E.B. Müller an Giebeln, Portalen und Fenstern durchgeführt, u.a. das eiserne Fenstermaßwerk. Aus dieser Zeit stammt auch die Innenausstattung, wohl auch der südliche Choranbau und die südliche Vorhalle (ein weiterer Südanbau wurde 1966 abgetragen), gleichzeitig wurde die Sakristei stark erneuert. 1983 wurden an der Sakristei und dem Choranbau die gestaffelten Giebel abgetragen und durch abgeschleppte Dächer ersetzt. Der Turm wurde 2003/04 erneuert, der Spitzhelm ist mit Eichenschindeln gedeckt. Der Ostgiebel zeigt über einem Putzband zweibahnige Putzblenden mit Winkelsturz. Auch der überwiegend verdeckte Westgiebel zeigt Blendengliederung und Putzband. Auf der Südseite gibt es zwei gestufte Portale mit Wulst und Dreiviertelstab, das reiche Nordportal mit Fasen und Dreiviertelstäben. Westlich der Nordsakristei gibt es eine bislang nicht geklärte Veränderung im Mauerwerk und Verzahnungen in der Längswand.
Der Innenraum wird von Kreuzrippengewölben mit rippenbegleitender Rankenmalerei aus dem 15. Jahrhundert überspannt. Im Ostteil von Sakristei und Schiff wurden jüngst drei Grüfte entdeckt. Seit 1966 ist unter der Westempore eine Winterkirche eingerichtet. Die Mehmelorgel mit dreiteiligem neugotischem Prospekt wurde 1861 erbaut. Die Kuppa des Taufsteins aus gotländischem Kalkstein mit spitzbogiger Blendengliederung stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Schaft und Fuß von 1956. Der Altar, ein holzverkleideter Block mit Gehege aus durchbrochenem Maßwerk, stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Kanzel angeblich aus dem Jahr 1865. Der Unterbau wurde als Spitzbogenarchitektur gestaltet, in den schlichten Brüstungsfeldern sitzen jetzt Figurenreliefs von Gerhard Becker. Auch aus der selben Zeit stammen das Kasten- und Bankgestühl sowie die Westempore, jeweils mit gereihten Spitzbogenblenden an der Brüstung.
In der Sakristei hängt eine schöne, eichene Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs; sie hing vormals an der Nordwand des Kirchenschiffs.
Der Kirchhof wird von einer Feldsteintrockenmauer umschlossen, Grabstelen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind dort zu finden.
Vor dem Holzturm steht noch ein Glockenstuhl, derzeit hängt darin nur eine Glocke.
Auf dem Dorfbrink, im Süden der Kirche außerhalb des Kirchhofes, steht auf einem Sockel ein großer Findling, an dem die Inschriften abmontiert wurden. Es handel sich um einen Ernst-Thälmann-Gedenkstein.

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006