Dorfkirche Carlow

Das Dorf wurde 1158 erstmals im Ratzeburger Zehntenregister erwähnt. 1260 ist ein erster Kirchbau belegt. Von ihm kündet noch der spätromanische Feldstein-Chor mit der typischen Dreifenstergruppe und dem blendengeschmückten Giebeldreieck. Um 1885 war die alte Kirche so baufällig geworden, dass bis auf den Chor alles abgerissen wurde und ein Neubau aus Backstein im neugotischen Stil unter Leitung des Baumeisters RICKMANN an den alten Chor angefügt wurde. Die Kirche wurde über einem kreuzförmigen Grundriss mit Westturm mit Spitzhelm errichtet, wobei die Giebel der Seitenschiffe einen dem Ostgiebel ähnlichen Blendenschmuck erhielten. Der Chor erhielt zudem eine Nordsakristei angefügt.
Neugotische Stilelemente schmücken den Bau: Strebepfeiler, Lisenengliederung, Kleeblattbogen- und Vierpaßfriese, große Blendrosetten und aufgelegte Spitzbogenblenden.
Der Chor ist mit einem achtteiligen Gewölbe mit einzigartigem Schlussstein überzogen. Das Kirchenschiff besitzt ein sternförmiges Gewölbe.
Die Inneneinrichtung und Ausmalung wurde dabei bauzeitlich erneuert, der barocke Altaraufsatz mit einem großen Rundbild von der Kreuzigung und vollplastischen Figuren, die ebenfalls barocke Kanzel mit Schalldeckel und Evangelistenreliefs am Korb sowie eine mittelalterliche Triumphkreuzgruppe mit Lebensbaummotiv und Evangelistensymbolen wurden aus der alten Kirche übernommen.
Die Orgel mit dreiteiligem Prospekt aus dem Jahr 1888 stammt von Friedrich Friese (III).
1988/89 erfolgte eine umfangreiche Renovierung der Kirche.
Inzwischen wurde auf dem Dach auch eine Solaranlage errichtet.
Der Kirchhof ist begrünt.
Ein großer Friedhof befindet sich in der Schönberger Straße am nördlichen Ortseingang, dort steht eine moderne Trauerhalle.
Im Südosten der Kirche steht unter einer Gedächtniseiche das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1871. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs steht an einem zentralen Platz in der Dorfmitte.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001