Dorfkirche Stralendorf

Von einer Kirche im Ort zeugt erstmals eine Urkunde aus dem Jahr 1345. Die heutige spätgotische, turmlose Feldsteinkirche mit Details aus Backstein und einem polygonalen Ostschluss wurde aber erst im 15. Jahrhundert errichtet.
Auf der Südseite befindet sich ein Anbau aus Granitsteinen mit Pforte und einem Fachwerkgiebel. Weitere Anbauten befinden sich an West- und Nordseite. 1756 wurde die heute nicht mehr als Grabkapelle genutzte v. Schacksche Grablege und 1770 die Kapelle der Amtmannsfamilie Wachenhusen aus Walsmühlen, in der die Särge noch heute stehen, angebaut.
Strebepfeiler aus Backstein gliedern den kleinen Kirchbau. Die spitzbogigen Fenster werden durch einen eingestellten Rundstab geteilt, das Fenster auf der Südseite des Schiffes wurde vergrößert. Das Südportal wurde neugotisch verändert.
Im Westen befindet sich ein freistehender Glockenturm mit zwei Glocken, eine Eisenhartgussglocke von 1956 und eine Bronzeglocke, gegossen bei M.&O. Ohlsson in Lübeck.
Der Innenraum ist flachgedeckt.
Der barocke Altaraufsatz ist eine geschmackvolle Arbeit aus dem 18. Jahrhundert. Der von marmorierten Säulen flankierte Mittelteil zeigt ein Ölgemälde mit der Darstellung des Gekreuzigten, begleitet von den vollplastischen Allegorien "Glaube" und "Hoffnung". In der Predella befindet sich ein Relief mit Abendmahlsdarstellung. Die Bekrönung bildet das "Auge Gottes" in einer Strahlengloriole, flankiert von zwei Engeln, darüber der triumphierende Christus mit Hirtenstab.
Der Blick auf den Altar wird von der auf der Südseite angebrachten Patronatsempore der Grafen v. Schack eingeschränkt. Die auf zwei Säulen ruhende Loge wirkt übertrieben groß und in das Gotteshaus "hineingezwängt". Die Bekrönung mit den Allianzwappen v.Zülow/v.Höfel (Anno 1754) und dem Wappen v. Schack wird von zwei Putti gehalten. Unter der Empore sind zwei Gedenktafeln angebracht: Die eine nennt die "decorierten Veteranen" aus den Feldzügen 1808 bis 1815, die andere gedenkt der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Im Altarraum stehen noch die achteckige Taufe aus Industriestein und ein einfacher Kanzelkorb als Lesepult. Statt eines Bankgestühls ist das Kirchenschiff mit Stühlen versehen.
Die Winzer-Orgel aus dem Jahr 1856 wurde 2004 nach Malchow ins Orgelmuseum verbracht. Seit 2003 befindet sich eine Orgel aus Rickling in Holstein in der Kirche, die 1965 von der Firma Kemper aus Lübeck gebaut und auf die schlichte barocke Westempore gestellt wurde.
An der Nordwand hängt ein großes Tafelbild mit einer Darstellung der Grablegung Christi.
Die drei Fenster im Chor sind mit insgesamt neun Wappenscheiben geschmückt. Neben zwei herzoglich-mecklenburgischen Wappen sind wiederum die Patronatswappen v.Zülow und v.Schack, aber auch zwei bürgerliche Wappen (vermutlich Pastor und/oder Kirchenälteste) zu sehen.
Nach Westen hin wurde das Schiff durch eine Glaswand abgetrennt und dort eine Winterkirche eingerichtet. Im oberen Bereich (hinter der Orgel) ist ein weiterer Gemeinderaum eingerichtet. Hier ist eine um die Fensteröffnungen herum freigelegte Weinrankenmalerei zu bewundern.
Der Kirchhof ist von einer flachen Feldsteintrockenmauer umgeben.
Im Nordwesten steht ein neugotisches Mausoleum, es ist die Ruhestätte des Grafen Adolf Friedrich von Schack (1815-1894). Er war Besitzer des Gutes Zülow und wurde als Literaturhistoriker und Kunstmäzen bekannt.
Auf der Nordseite schließt sich der Friedhof an.
An der Straßenkreuzung steht das Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Es wurde am 28. November 1921 eingeweiht und trug ursprünglich einen Adler auf der Spitze des großen Granitfindlings.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001
Zwischen Kaiserzeit und Mauerfall - Chronik der Gemeinde Stralendorf Teil 2, Buch, Jürgen Seidel, Gemeinde Stralendorf, Turo Medien Druck GmbH, Schwerin, 2014