Dorfkirche Wieck (Hansestadt Greifswald)

Der Altar mit maritimen Altarbildern

Der Altaraufsatz ist ein aus dem Vorgängerbau stammendes Triptychon aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts mit bemerkenswerten Gemälden, die biblische Szenen zum Thema Meer zeigen.
Das Mittelbild zeigt das letzte Abendmahl; einmalig ist das maritime Bildprogramm der beidseitig bemalten klappbaren Flügel, mit denen das Mittelbild verschlossen werden kann.
Die Bilder sind ein Zeugnis Greifswalds maritimer Geschichte und sie zeigen sehr anschaulich den Glauben, die Hoffnung und die Ängste der mit der Seefahrt verbundenen, den Launen des Meeres ausgelieferten Menschen.
Auf dem linken Innenflügel sehen wir Darstellungen aus dem Alten Testament: oben die Arche Noah und unten die simultan dargestellte Szene des Meerwurf und Ausspei des Jonas.
Die Darstellungen auf dem rechten Innenflügel stellen das Pendant im Neuen Testament dar: oben die Stillung des Sturmes (Ev. Lk. 8,25) und unten die Errettung des zweifelnden Petri (Ev. Mt. 14,31).
Die Stifter des Altars kamen aus den Reihen der vornehmen Kompanien der Greifswalder Bergen- und Schonenfahrer. Etliche Bergen- und Schonenfahrer saßen im Greifswalder Rat oder waren gar Bürgermeister der Stadt. So auch Angehörige der Familien Erich und von Essen, deren Wappen auf dem oberen linken Außenflügel abgebildet ist. Unten ist der Durchzug durch das Rote Meer dargestellt. Der rechte Außenflügel ist mit Darstellungen der Seepredigt (oben) und dem Schiffbruch des Paulus auf Malta (unten) belegt.