Dorfkirche Kemnitz
Heilig-Kreuz-Kirche

Die jetzige Gestalt der bald nach 1300 aus Backstein errichteten Kirche mit einem Sockel aus Granitsteinen ist die Folge ihrer starken Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg.
Ursprünglich war sie eine dreischiffige Halle mit einem an das Mittelschiff anschließenden rechteckigen Chor mit nördlicher Sakristei und einem blendengegliederten Giebel, in den ein hohes spitzbogiges Fenster hineinreicht.
Von der stattlichen Backsteinhalle von sechs Jochen, mit drei Schiffen, einer Nordsakristei und einer spätgotischen Südvorhalle wurde nach der Zerstörung im Krieg das nördliche Seitenschiff gänzlich und die südlichen Umfassungsmauern so weit abgetragen, dass das leicht erhöhte Mittel- und das Seitenschiff unter einem Dach zusammengefasst werden konnten.
Der quadratische Westturm in neugotischen Formen wurde erst 1841/42 nach Plänen des Universitätsbaumeisters Carl August Peter Menzel, Greifswald (siehe auch Alt Pansow) angefügt.
Grundlegende Veränderungen, eine neue Ausstattung und die Neueinwölbung von Chor und Mittelschiff erfolgte erst nach 1743.
Zur Ausstattung gehört ein von Andreas Mayer um 1750 geschaffener Kanzelaltar, die Süd- und Westemporen mit einer Orgel von NERLICH, 1855 gebaut, die von MEHMEL 1885 umgebaut worden ist sowie einige kleinere Ausstattungsstücke, z.B. ein schöner Taufständer. Im hinteren Bereich der Südempore hängen bzw. stehen die Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914-1918.
Der Friedhof liegt etwas von de Kirche entfernt am Ortsausgang Richtung Wolgast. Neben einigen älteren Familiengrabstätten steht dort auch das Kriegerdenkmal.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006