Dorfkirche Kirch Stück (Gemeinde Klein Trebbow)

Der Backsteinbau mit dem eingezogenen quadratischen Chor wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde der quadratische Westturm angefügt. Das schiefergedeckte Dach ist eigenwillig geformt. Die kräftigen Strebepfeiler an der Westseite sind diagonal gestellt. Das Westportal hat ein reich profiliertes Gewände.
In den Jahren 1857/58 erfolgte eine Erneuerung des Kirchenschiffes mit einer neugotischen Überformung, dabei wurde auch die Holzdecke eingezogen.
Während der Chor durch Lisenen gegliedert wird, ist das Schiff von getreppten Strebepfeilern umstellt.
Die Ostgiebel von Chor und Schiff sind mit schlichten Putzblenden geschmückt. Das Ostfenster im Chor ist eine in einer Leibung gefasste, gestaffelte Dreifenstergruppe.
Der Chor ist gewölbt und durch einen breiten Triumphbogen vom Schiff getrennt.
Die Ausstattung wird bestimmt durch den gotischen Flügelaltar aus der Zeit um 1430. Im Mittelteil eine Kreuzigungsszene über dem Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen, an den Seiten Szenen aus der Passion Christi. In den Flügeln stehen die Figuren der 12 Apostel, wobei Matthias den Verräter Judas Iscariot ersetzt.
Aus dem Ende des 15. Jahrhundert datiert das Triumphkreuz.
In den Fußboden ist der Grabstein der Anna Hahn aus dem Jahr 1573 eingelassen.
Besonders wertvoll sind die Glasmalereien im nördlichen Chorfenster. Sie stammen aus der Zeit um 1300 und zeigen eine Kreuzigungsszene und eine Rittergestalt. Die Rittergestalt könnte gleichfalls den Hl. Georg darstellen, was zusammen mit dem Schnitzaltar darauf hinweisen könnte, dass die Kirche dem Hl. Georg geweiht wurde.
Die neugotischen Glasmalereien im südlichen Fenster zeigen die Apostel Petrus und Paulus, sie stammen aus dem Jahr 1858.
Zur Ausstattung gehören noch eine schlichte hölzerne Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel, eine zwölfeckige Holztaufe mit Messingschale, das Bankgestühl und die Westempore mit der Orgel von Carl Börger aus dem Jahr 1905 im neugotischen Prospekt.
Im Turmraum hängen die Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Das Geläut besteht aus nur einer Bronzeglocke.
Auf dem Kirchhof stehen zwei kleine Backsteingebäude, vermutlich handelt es sich um Erbbegräbnisse der ortsansässigen Gutsherren und Patrone der Kirche, so auch die Familiengrabstätte von Rüting am Westeingang des Friedhofs.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001