Dorfkirche Schloen

In Schloen steht eine eindrucksvolle Dorfkirche mit einem rechteckigen Schiff aus gequaderten Feldsteinen, an der Westseite mit getrepptem Stützpfeiler, einer Dreifenstergruppe und einem zugesetzten spitzbogigen Portal aus Backstein.
Der schiffsbreite gerade Chor aus großen, diffus angeordneten Feldsteinen besitzt große dreiteilige Spitzbogenfenster mit gestuftem Gewände.
Die Fenster an der Südseite sind mit Backstein zugesetzt.
In der Traufe verläuft eine balkenförmige Putzblende, am Ostgiebel eine darauf stehende Stufenblende.
Ein schiffsbreiter quadratischer Wehrturm aus Backstein mit eingesprengten Feldsteinen und barockem Turmaufsatz fügt sich im Westen an. Der Turm ist über einen westlichen Triumphbogen an das Schiff angeschlossen, aber mit einem separaten Aufstieg an der Südseite versehen.
Der Chor ist durch einen mächtigen Triumphbogen vom Schiff abgetrennt, Chor und Schiff sind gewölbt, ohne Gewölberippen, im Schiff ist nur ein Mittelpfeiler als Träger.
Die Innenausstattung ist barock, ein blau-weißes Kastengestühl, Kanzel, Empore an der Nordwand und Orgelempore unter dem Turmbogen.
Die Kanzel ist mit Schalldeckel und Aufgang versehen, der gegliederte Korb mit Beschlagwerk und Ädikularahmungen, aber leeren Wangen.
Der Altaraufsatz mit architektonischem Aufbau: in der Predella ein Gemälde vom Fischen auf dem See Genezareth, an den Flanken zwei Putten-Köpfe, im Mittelteil ein ovales Gemälde von der Geburt Jesu, begrenzt durch zwei gedrehte Säulen, umrankt von reichlich Arkanthuslaub, in den Ohren runde Bildnisse, ebenso im oberen Teil ein rundes Gemälde des Auferstandenen Christus, flankiert von zwei sitzenden Putti, in der Bekrönung ein Posaunenengel und ein Kruzifix.
Die Orgel von Friese III stammt aus dem Jahr 1881.
Alte Grabplatten sind in den Fußboden eingelassen. An der Nordwand hängt eine steinerne Gedenktafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder.
Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975