Dorfkirche Gressow

Die Dorfkirche ist ein hochgotischer, von getreppten Strebepfeilern gestützter Backsteinbau mit polygonalem Chorabschluss aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und dreijochigem Schiff mit drei einheitlichen Kapellen-Logen auf der Südseite aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des selben Jahrhunderts erfolgte der Baubeginn am quadratischen Westturm, endete um 1700 mit der Fertigstellung des Obergeschosses mit eigentümlicher Verjüngung und dem achtseitigen Helm. Auf der Nordseite ein zweigeschossiger Anbau.
Der Innenraum wird von einem gedrückten Kreuzrippengewölbe überspannt.
Der prächtige Barockaltar ist ein Werk von J.F.Wilde und wurde 1718 geschaffen. Zweigeschossiger architektonischer Aufbau ohne Predellabild, dort Schrifttafel, Mittelteil Abendmahlsgemälde und Wappenschilde v.Plessen u. v.Bülow, flankiert von je einem geöffneten Säulenpaar, zwischen den Säulen vollplastische Figuren von Mose (l.) u. Aaron (r.), außen die Evangelisten Matthäus (l.) u. Markus (r.) vor Arkanthusschnitzwerk u. Engelsflügel, auf dem Gesims sitzend zwei Putten mit Werkzeugen (Lanze, Leiter), im Oberteil plastisches Kruzifix vor einem Gemälde der Kreuzabnahme, flankiert von angedeuteten Säulen, Arkanthusschnitzerei, am Rand die Evangelisten Lukas (l.) u. Johannes (r.), in der Bekrönung der triumphierende Christus auf einer Gloriole gehalten von zwei allegorischen Figuren.
Zur reichen Ausstattung gehören noch zwei Epitaphien (1623, v.Plessen/v.Wenckstein u. 1603-16??, v.Plessen), eine Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel (1703) sowie die Orgel von Winzer (1867).
1988 erfolgte der Einbau einer Gedenkkapelle für Graf von der Schulenburg aus Tressow, diese wurde mit einem Buntglasfenster ausgestattet, welches von Tisa v.d. Schulenburg? gefertigt wurde.
Verschiedene Gedenktafeln erinnern an die zahlreichen Kriege der Vergangenheit, ein Gedenkbuch verweist auf die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
Im Turm hängen zwei Glocken, die große Glocke wurde 1771 umgegossen.
Die Kirche ist von einem großen Friedhof umgeben. Auf dem Gräberfeld finden sich auch Grabstätten gefallener bzw. getöteter Menschen aus den Maitagen des Jahres 1945.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001