Dorfkirche Friedrichshagen (Gemeinde Plüschow)

Die Kirche ist ein dreijochiger Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert mit polygonalem Chorabschluss. Das Kirchenschiff ringsum mit abgetreppten, an der Westseite diagonal gestellten Strebepfeilern und der quadratische Westturm mit Satteldach mit abgewalmten Giebeln. Die zweigeteilten Spitzbogenfenster haben abgestufte Leibungen.
Das ursprüngliche Gewölbe wurde gegen eine flache Holzbalkendecke ausgetauscht.
Der prächtige Barockaltar wurde 1714 von H.J. Bülle geschaffen, architektonischer Aufbau mit Abendmahlsgemälde in der Predella, im Hauptteil Kreuzigungsgemälde zwischen je einem Paar Halbsäulen, vor der inneren Säule vollplastische Figuren von Mose (l.) und Aaron (r.), außen reichhaltige Arkanthusschnitzerei, über dem Gemälde seitlich zwei Köpfe geflügelter Putten, mittig Schrifttafel, im Oberteil Grablegungsgemälde, wieder Engelsköpfe und Arkanthusschnitzwerk, auf Podesten Figuren von Elija (?l.) und Johannes d.Täufer (r.), in der Bekrönung der Auferstandene flankiert von je einer schwebenden Putte.
Ebenfalls von H.J. Bülle etwas später zugefügt wurde die Rokoko-Kanzel mit Portal, Aufgang, Korb und Schalldeckel mit Strahlengloriole mit dem Auge Gottes und Engelsköpfen, am Korb zwei plastische Putten mit Herz und Schwert.
Zudem befindet sich in der Kirche noch der Mittelschrein eines Schnitzaltars (M.15.Jh.) mit Kreuzigungsgruppe sowie der hl. Katharina und dem hl. Nikolaus, wobei die Anordnung der Figuren wohl nicht ursprünglich ist.
1971 freigelegte Wandmalerei.
Weitere Ausstattungsstücke sind ein hölzerner Epitaph von 1571 (v.Bülow, v.Plessen), die Orgelempore mit Wappenschilden (Joachim Otto v.Bülow, ?) und die Orgel von Winzer aus dem Jahr 1860. Unter der Empore hängen zu beiden Seiten des Turmzugangs Gedenktafeln für die in Kriegen gefallenen Gemeindemitglieder.
Im Turm hängt eine Glocke, gestiftet von J.O.v.Bülow, 1724.
Der Kirchhof wird von einer Feldsteintrockenmauer umschlossen. Im Südosten steht ein Backsteinportal mit rundbogigem Tordurchlass. Eine Gedenktafel erinnert an Pastor Wilhelm Bartelt, der 1947 im Lager Fünfeichen in Neubrandenburg gestorben ist.
Unmittelbar hinter dem Chor der Kirche wurde das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in die Kirchhofmauer integriert. Neben einem Findling mit eingravierter Widmung sind rechts und links Namenstafeln in die Mauer eingelassen.
Einige Meter südlich von der Kirche befindet sich der Friedhof der Gemeinde. Auf dem von einem schmiedeeisernen Tor verschlossenen Areal befindet sich neben einer kleinen Leichenhalle auch das Grab von Pastor Carl Türk (1866-1929).
(weitere Quelle: Informationstafel)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001