Dorfkirche Groß Salitz (Gemeinde Krembz)
Marienkirche

Die imposante Dorfkirche wurde um 1300 als dreischiffige Basilika errichtet, wobei die ehemaligen Obergadenfenster durch die heute erhöhten Seitenschiffe verdeckt werden. 1648 kam es beim Einsturz des Westturms auch zur Beschädigung des Südschiffes. Mit der Wiederherstellung des Turmes in Holzbauweise wurden auch die Seitenschiffe entsprechend verändert. Die Kirche schließt im Osten polygonal. Beeindruckend sind auch die hochgotischen Chorfenster. Auf der Nordseite wurde eine Sakristei angefügt. Auch wenn der Backstein dominiert, ist die Kirche kein reiner Backsteinbau. An den Westecken sind größere Teile in Feldstein gearbeitet, insbesondere auf der ursprünglich belassenen Nordseite. Strebepfeiler gliedern den Bau. Das Besondere an der Außenhülle sind die zahlreichen Terrakotta-Figuren, die sich an verschiedenen Stellen vor allem des Chores finden lassen. Diese Relief-Figuren von Heiligen sowie einige Nischen deuten auf eine Vergangenheit als Wallfahrtskirche hin. Auch im kreuzrippengewölbten Innenraum sind weitere Relief-Figuren zu sehen. Hier scheinen sie die sonst üblichen Weihekreuze zu ersetzen. Die Bedeutung dieser Figuren ist aber nicht restlos geklärt. Zur Ausstattung gehören eine Renaissance-Kanzel mit Aufgang (1673), ein barocker Altaraufsatz mit architektonischem Aufbau und plastischem Kruzifix im Mittelteil (1736) und ein ebenfalls aus der Renaissance stammender Taufständer mit von der Decke herabhängendem Baldachin-Deckel. Dieser Taufständer ist eine Stiftung der damaligen Patronatsfamilie v. Lützow. Auf das Patronat der Familie von Lützow verweisen zwei steinerne Epitaphien aus der Zeit um 1600, Wappenschilde an der Patronatsempore und dem "Johannes-Fenster" im Südschiff sowie eine Gruft und die Familiengrabstätte auf dem Friedhof. Ebenfalls eine Stiftung der Patronatsfamilie sind die neugotischen Buntglasfenster im Südschiff. Die spitzbogigen Fenster zeigen die Apostel Jakobus (d.Ä.), Petrus und Johannes; in der Westwand sitzt zudem ein Rosettenfenster mit dem Antlitz des Gekreuzigten. Die Westempore erhielt zum Anfang des 19. Jahrhunderts ein Stockwerk aufgesetzt. Auf der zweiten Etage wurde 1819 eine Orgel mit neobarockem Prospekt errichtet. Das Instrument wurde von Friedrich Jacob Friese (genannt 'Friese I') in Parchim gebaut. Unter der Westempore lehnt an der Westwand eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Das Geläut im verbretterten Turm besteht aktuell nur aus einer Glocke. Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001