Dorfkirche Pokrent

Schon 1230 wird das Kirchspiel Pokrent in der Ratzeburger Diözese erwähnt. Die erste Kirche im Ort wurde 1267 genannt, im 14. Jahrhundert ist sie durch einen Backsteinbau ersetzt worden. Die heutige Kirche wurde wohl um 1595 auf den älteren Fundamenten ihrer Vorgängerbauten errichtet. Damit könnte die Pokrenter Kirche die erste nachreformatorische Dorfkirche Mecklenburgs sein. Der schlichte Backsteinbau mit einem eingezogenen kreuzrippengewölbten Chor schließt im Osten polygonal aus dem Achteck. Schiff und Chor werden durch Strebepfeiler gegliedert, die kleinen Fenster im Schiff sind spitzbogig geschlossen, die Chorfenster wurden segmentbogig verändert, zum Teil zugesetzt oder mit ornamentalen Bleiverglasungen ausgestattet.
1805 erfolgt der Anbau des schiffsbreiten Westturms mit einem Fachwerkaufsatz.
In den Jahren 1853 bis 1856 wird das Kircheninnere nach neugotischen Formen umgestaltet, das Kirchenschiff erhält eine hölzerne gewölbte Spiegeldecke, die mit ornamentalen Malereien versehen wurde. 1854 erhält die Kirche eine Orgel von dem Hamburger Orgelbauer Johann Gottlieb Wolfsteller (1794-1867), welche 1991 durch die Dresdener Firma Wegscheider rekonstruiert wurde. Zur Ausstattung gehören ein Altaraufsatz mit Christusbild im Mittelteil, ein Lesepult und eine Kanzel mit Schalldeckel.
Das einstige Patronatsgestühl mehrerer Gutsherrenfamilien wurde 1953 ausgebaut. Zwischen 1988 und 1990 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung des Innenraums, wobei das Gestühl zum größten Teil im Altarraum wieder aufgestellt wurde. An den Gestühlswangen findet man schöne geschnitzte Szenen.
Eine Kostbarkeit ist die Granittauffünte aus dem 13. Jahrhundert, sie zeigt am Sockel vier Dämonenfratzen. Bis zur Renovierung 1853 stand der Taufstein auf dem Friedhof und verwitterte.
Auf dem von einer Feldsteintrockenmauer umgebenen Friedhof steht im Westen noch eine reich geschmückte neugotische Grabkapelle mit dem Wappenschild der Familie von Behr im Scheitel des Portals.
Vor dem Westportal steht der große Findling mit den eingeschlagenen Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder. Eine Grabstätte erinnert an polnische Soldaten, die am Ende des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen.
Weitere Familiengrabstätten und Gedenksteine erinnern an bekannte und weniger bekannte Gemeindemitglieder der vergangenen Zeit.
(weitere Quelle: Informationstafel)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001