Dorfkirche Rambin
St. Johannes

Um 1300 wurde mit dem Bau der stattlichen Backsteinkirche begonnen. Auf den zweijochigen Chor (1322) folgte die Errichtung der Nordsakristei und in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts (1365) kam das vierjochige Langhaus mit den getreppten Strebepfeilern hinzu. Jüngster Bauteil ist der hölzerne Turmaufsatz mit dem kupfergedeckten Spitzhelm. West- und Ostgiebel sind reich mit Blenden verziert. Das Westportal ist ein reich profiliertes Stufenportal.
Besonders sehenswert ist das Türblatt im Stufenportal der Priesterpforte auf der Südseite des Chores. Das hohe Portal der Laienpforte am Schiff wurde zugesetzt.
Der Chor ist kreuzrippengewölbt. Das tiefansetzende und weit ausholende Tonnengewölbe im Schiff und der Triumphbogen entstanden nach 1700 und ersetzten die flache mittelalterliche Holzbalkendecke.
Ältestes Ausstattungsstück ist auch in dieser Kirche eine Kalksteintauffünte aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Triumphkreuz an der Nordseite im Altarraum (um 1500) und die Schnitzfigur der Madonna mit dem Kinde an der Südwand stammen aus dem späten Mittelalter, ebenso der Kirchenkasten aus Eichenholz (um 1600).
Die reich verzierte, blau bemalte Nordempore ist ein Werk des 18. Jahrhunderts und stellt die eigentliche Patronatsloge dar. Die zweite, in Naturholz gehaltene Empore entstand in der Zeit um 1630 und ist vermutlich erst weit nach 1700 in die Kirche gekommen. Die Kirchgemeinde nimmt auf einem schlichten Kastengestühl aus dem 19. Jahrhundert platz.
Altar und Kanzel mit Schalldeckel wurden 1738 von Martin Becker (Werkstatt v. Michel Müller, Stralsund) geschaffen und zeigen die typischen reichen Stilelemente des Rokoko. Der Beichtstuhl und die barocke Wandmalerei an Nord- und Südseite des Schiffes stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Wie es scheint, wurden aus einem Apostelzyklus durch Übermalung bzw. Beifügung der Symbole die Evangelisten gemacht. So erhielt z.B. Philippus den Stier des Lukas oder Jakobus d.Ä. den Löwen von Markus sowie Matthias den Adler von Johannes.
Typisch für die Kirchen entlang der Ostseeküste sind auch die Votivschiffe, auch hier finden wir zwei dieser von dankbaren Seeleuten gestifteten Schiffsmodelle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Pastorenbilder von Daniel und Karl Harder aus dem 18. Jahrhundert und die moderne Kleinorgel von 1971 auf der Westempore vervollständigen die Ausstattung der Kirche. Die Orgel ersetzte die alte Mehmel-Orgel aus der Zeit um 1850.
Bei den Renovierungsarbeiten in den 1990er Jahren wurde im Altarraum eine Grabgruft wiederentdeckt, dokumentiert und verschlossen. Grabplatten aus dem 16./17. Jahrhundert bedecken jetzt den Fußboden.
Auf dem Kirchhof befindet sich ein großflächiger Friedhof. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges befindet sich westlich vor dem Kirchhof.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und Hiddensee, Buch, Jürgen Schulz, Edition Temmen, 2006