Dorfkirche Landow (Gemeinde Dreschvitz)
Kultur- und Wegekirche

Zur Hansezeit verlief durch Landow einer der wichtigsten Handelswege von Stralsund in den Norden der Insel, so dass der Ort auch einen stattlichen Kirchbau erhielt. Die um 1400 mit dem kreuzrippengewölbten Chor begonnene Backsteinkirche erhielt um 1450 ein flachgedecktes Schiff von vier Jochen. 1733 erhielt der Bau einen Fachwerkturmaufsatz über dem Westgiebel, der mit einer barock geschweiften Haube geschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Kirche komplett umgebaut und erhielt eine barocke Ausstattung. Der Altaraufsatz stammt wohl schon von 1724. Die Kirche konnte in den Jahren der DDR-Zeit baulich nicht unterhalten werden, so dass ab 1970 u.a. das sehenswerte Beicht- und Patronatsgestühl ausgebaut und gesichert sowie die barocke Holzdecke mit der Bemalung demontiert wurde. Das wertvolle Triumphkreuz (um 1500) kam in das Gemeindezentrum Stralsund-Knieperwest. In der Kirche sind noch die von Schalldeckel und Aufgang abgerückte Kanzel und Reste von Emporenbrüstungen verblieben. Anfang der 1990er Jahre ist die Kirche zum Teil baulich gesichert worden. Der von Vergänglichkeit und Verfall gezeichnete Innenraum besitzt durch den offenen Dachstuhl einen einzigartigen Charakter und eine besondere Akustik, deshalb wird die Kirche auch für vielfältige kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Eine Tafel erinnert an die nachreformatorischen Pastores der Gemeinde; eine andere Tafel erinnert an die im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Gemeindemitglieder. In einer Nische der Nordwand liegt zudem das Gedenkbuch für die Gefallenen beider Weltkriege aus der Gemeinde Dreschvitz aus. Das Kriegerdenkmal steht direkt in Dreschvitz.
Um die Kirche herum befindet sich ein kleiner Friedhof mit z.T. sehr alten Grabwangen.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und Hiddensee, Buch, Jürgen Schulz, Edition Temmen, 2006
Gottes Häuser Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und in Stralsund, Broschüre, Tourismuszentrale Rügen GmbH, ruegen-druck Putbus,