Dorfkirche Cammin
St. Laurentius

Die turmlose Feldsteinkirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie entspricht in ihrer Gestalt der Bauweise der ersten christlichen Besiedlung durch westfälische Einwanderer, ein Saalbau mit leicht eingezogenem quadratischen Chor und Nordsakristei. Die Mauerstärke im Westjoch lässt auf einen ursprünglich geplanten Westturm schließen. Der Ostgiebel zeigt reichen Blendenschmuck und ein Giebelkreuz, in der Ostwand sitzt eine gestaffelte Dreifenstergruppe (Sanierung 2006). An Nord- und Südwand befinden sich Zweifenstergruppen mit Leibungen aus Backstein. Auch der Giebel der Nordsakristei zeigt Blendenschmuck. Die Stufenportale der Priester- und Laienpforte sind reich profiliert. Die Priesterpforte wird durch die später angefügte und mit zahlreichen Blendnischen versehene Südvorhalle verdeckt. Der Westgiebel wurde in Backstein erneuert. Der kleine spitze Dachreiter mit einer offenen Laterne kam erst viel später auf das ziegelgedeckte Satteldach.
Chor und Nordsakristei sind mit einem Gewölbe versehen; das Kirchenschiff besitzt eine flache Holzbalkendecke, die Mauern sind jedoch für die Aufnahme eines Gewölbes vorbereitet.
Kostbarstes Ausstattungsstück ist der um 1500 entstandene Flügelaltar mit den Schnitzfiguren der zwölf Apostel, dem Kirchenpatron Laurentius u.a. sowie die Darstellung der Kreuzigung im Mittelschrein. Das Triptychon ist zweifach wandelbar und zeigt in sehr qualitätvoller Malerei die Verkündigung an Maria sowie die Passion Jesu.
Weiter finden sich noch zwei Altarflügel, wohl nach 1500 entstanden, mit Darstellungen von Hl. Laurentius und Hl. Maria Magdalena.
Weitere Ausstattung: Grabstein des J. Koss (2.H.14.Jh.), Triumphkreuz (um 1500), Gestühlwangen mit Wappen (1553), Kanzel mit Schalldeckel und Evangelisten am Korb (1732), Kronleuchter (M.17.Jh.) Orgelempore mit Passionsbildern an der Brüstung (18.Jh.).
Die Orgel von Hans Hantelmann wurde 1722/23 gebaut und ist im Wesentlichen noch original erhalten. 2003 erfolgte eine Restauration durch die Fa. Wegscheider.
Im Südwesten der Kirche steht ein verbretterter Glockenturm mit drei Glocken, saniert 2012.
Auf dem umliegenden Friedhof steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs
Der Zugang zum Friedhof erfolgt im Südwesten über ein Backsteinportal mit glasierten Motivkacheln aus der Zeit um 1500.
(weitere Quelle: Informationsblatt am Pfarrhaus)