Dorfkirche Luplow (Gemeinde Rosenow)

Der kleine rechteckige Feldsteinbau wurde bereits um das Jahr 1250 als Bauernkirche errichtet. Umbauten erfolgten in der Zeit der Renaissance, die heutige, 16 Meter lange und 10 Meter breite Kirche stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert. Besonders beeindruckend ist der reich verzierte Chorgiebel, der wohl im 19. Jahrhundert als Treppengiebel umgestaltet wurde. Der Turm aus Granitsteinen ist zwischen 1839 und 1841 anstelle eines geböschten Holzturmes angefügt worden, auch die südliche Eingangsvorhalle mit dem Treppengiebel  stammt aus dieser Zeit. Auffällig sind die kleinen Fensteröffnungen und die kleine zugesetzte Totenpforte an der Nordwand.
Seit 1292 war die Familie von Voß auf Wolde mit Luplow belehnt und nahm die Patronatsrechte über die Kirche wahr. Umgestaltung der Kirche und vor allem die Anschaffung der Ausstattung gehen auf das Patronat zurück.
Der Innenraum wird von einer flachen Holzdecke mit bemalten Balken überspannt. Die schöne Ausstattung im Stil der Renaissance trägt die Züge der gerade eingeführten Reformation.
Der farbige Altaraufsatz mit einfachem architektonischen Aufbau zeigt Reliefs und Figuren in schlichten bäuerlichen Formen. Die Predella ist leer (vermutlich eine Abendmahlsdarstellung ist nicht mehr vorhanden) und wird flankiert von zwei Stifterwappen. Im Mittelteil der Gekreuzigte mit Maria und Johannes unter dem Kreuz, umgeben ist die Kreuzigungsgruppe von den vier Evangelisten mit ihren Attributen. Auf dem Gesims wird die Auferstehung dargestellt, flankiert wiederum von zwei Stifterwappen sowie den Figuren Johannes dem Täufer und Moses. Säulen, Puttiköpfe und Rankenschmuck runden das Kunstwerk ab.
Die Kanzel wurde 1617 von Adam v. Voss und seiner Gemahlin Metta v. Linstow gestiftet, 1729 von Jochim v. Voss und Gemahlin Eva Christina v. Koppelow (?) renovieren lassen. Am Kanzelkorb sind Bildnisse der Evangelisten, am Aufgang die Stifterwappen und am Portal Bildnisse zweier Apostel und vom Salvator mundi. Aufgang und Portaltür wurden wohl 1729 angefügt.
Zu beiden Seiten des Altares stehen Patronats- und Predigergestühl in holzfarbener Optik. Das Kastengestühl für die Gemeinde ist mit floraler Ornamentik geschmückt. Die Brüstungsfelder der Westempore sind mit Bildnissen der zwölf Apostel (hier mit Paulus anstelle von Matthias als Nachrücker für Judas Ischariot) und dem Salvator mundi (in der Mitte) geschmückt. Auf der Empore stehen Gedenktafeln für die Veteranen und Gefallenen der letzten Kriege.
Aus spätmittelalterlicher Zeit stammen drei Schnitzfiguren und aus der Erbauerzeit die Sakramentsnische in der Ostwand (mit bemalter Tür) sowie die Weihekreuze, von denen zwei freigelegt und die übrigen nachempfunden wurden.
Das Geläut der Kirche bestand ursprünglich aus drei Glocken, von denen nur noch eine erhalten blieb.
Die schönen Linden auf dem Kirchhof wurden 1775 gepflanzt. 1820 errichtete man eine Feldsteintrockenmauer um den Friedhof. Die neugotische Begräbniskapelle im südlichen Teil des Kirchhofes ließ die Familie v. Voss 1843 errichten. Die Familiengrabstätte v.Voß mit einer Kopie des Thorvaldsen-Christus wurde 1953 auf Druck staatlicher Stellen zu einer Räumlichkeit zur Jugend- und Gemeindearbeit umgebaut. Dazu wurden die Leichname auf den Friedhof umgebettet und die Grabstätte auf der Nordseite der Kirche eingerichtet. Später wurde das Mausoleum zur Winterkirche umgebaut, das Inventar wird aber zusehens vom Holzwurm zerstört.
Auf dem Friedhof befindet sich auch eine Grabstätte eines unbekannten Soldaten des Zweiten Weltkriegs.
Auf Betreiben der Familie von Voß, die von 1292 bis 1945 ununterbrochen im Besitz des Dorfes war, begann 1997 die Restaurierung der Kirche, nachdem diese seit fast 40 Jahren nicht mehr genutzt worden und von akutem Verfall bedroht war. Die Arbeiten konnten 2003 abgeschlossen werden.
Das ehemalige Herrenhaus mit einem Familienwappen im Giebel steht nahebei der Kirche.

Quellen:
Dorfkirche zu Luplow, Flyer, Ev.-Luth. Pfarramt Kittendorf,