Dorfkirche Sommersdorf

Die turmlose Feldsteinkirche wurde im 17. Jahrhundert auf den Resten eines Vorgängerbaus errichtet (Klosterformatsteine, Portal der Priesterpforte auf der Südseite). Von einem früheren Turm sollen noch die Fundamente vorhanden sein. Der Ostgiebel ist in Fachwerk errichtet, der Westgiebel in Ziegel um 1900 erneuert worden. Ein Eingangsvorbau wurde 1963 im Westen angesetzt. Alle Fensteröffnungen sind aus der Erbauerzeit.
Der Innenraum ist mit einer hölzernen Flachdecke geschlossen.
Zur Ausstattung gehört ein Altaraufsatz mit mittelalterlichen Schnitzfiguren, die aus der alten Kirche stammen müssen. In dem schlichten Schrein steht im Mittelteil eine Mondsichelmadonna, flankiert von den Heiligen Margarete, Dorothea, Gertrud und Katharina, in den Seitenflügeln die 12 Apostel; eine kleine Figur kann nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Renaissance-Kanzel mit Verschlag ist mit reichem Beschlagwerk des Manierismus versehen. Das wertvollste Inventar ist eine geschnitzte Sitzmadonna aus der Zeit um 1300. Buntglasornamente in den Ostfenstern und ein Ölgemälde "Jesus im Garten Gethsemane" (ehemaliges Altarbild?) aus der Zeit des Jugendstils, etwa 1900/1910 sowie die schlichte hölzerne Taufe vervollständigen die Ausstattung.
Die Westempore liegt auf acht Stützen auf und kam um 1800 in die Kirche. Auf der Empore steht ein Harmonium der Firma Friedrich Bongardt, Barmen.
Im Eingangsvorbau hängen die Gedenktafeln für die Weltkriegsgefallenen.
Vor der Kirche ein freistehender Glockenstuhl mit zwei Jochen. Eine Gusseisen-Glocke aus den 1960er Jahren ist gesprungen und wurde abgehängt. Die Bronze-Glocke von Karl v. Maltzahn gestiftet und gegossen 1840 von F.Schünemann in Demmin hängt nun noch im Stuhl.
Der Kirchhof ist von einer Mauer umschlossen und ist früher der Friedhof gewesen, im Norden befindet sich das ehem. Erbbegräbnis der Gutsherren Rewoldt, lange Zeit als Leichenhalle genutzt. Ein neuer Friedhof befindet sich ca. 1,5 km außerhalb des Dorfes an der Straße nach Wolkwitz. Dort steht ein großes Kreuz, davor sind neun Namenssteine im Halbkreis angeordnet. Bei zwei Steinen ist ein Eisernes Kreuz erkennbar, ein Stein erinnert an einen Gefallenen des Jahres 1916. Andere Inschriften sind nicht mehr lesbar. Vermutlich handelt es sich also um das Kriegerdenkmal für den Ersten Weltkrieg. Die Gedenktafel in der Kirche nennt aber nur acht Namen.

Quellen:
Kirchenführer der Evang. Kirchengemeinde Kummerow, Broschüre, Pfarrerin Christa Heinke, Ev. Kirchengemeinde Kummerow, 2006