Dorfkirche Wiek
St. Georg

Dreischiffige Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts aus Backstein errichtet, wobei der mittelschiffsbreite Chor und die Nordsakristei auf kräftigem Granitsteinsockel wohl bereits um 1400 entstanden, Langhaus und südliche Chor-Vorhalle dann angefügt wurden. 
Als Widerlager für die breiten Kreuzrippengewölbe im Innern wurde die Kirche mit kräftigen Strebepfeilern umstellt. Der Westgiebel des Langhauses wird von dicht gereihten Spitzbogenblenden gegliedert, auch der Ostgiebel des Chores ist mit Blendenschmuck versehen. Anstelle des eingestürzten Dachturmes wurde im 17. Jahrhundert über dem Westgiebel ein kleiner Dachreiter errichtet und später auch noch eine Uhr eingesetzt. Hinzu kam auch der verbretterte freistehende Glockenturm an der Südwestseite der Kirche. 1787 wird die Südvorhalle zur Gruft umgebaut.
Die figürliche und ornamentale Rippenmalerei sowie die Ausmalung der Architekturglieder der Kirche stammt wohl bereits aus der Erbauerzeit.
Äußerst reichhaltige Innenausstattung:
Holzplastik St. Georg als Ritter zu Pferde als Weihegabe (1.H.15.Jh.),
Kalksteintaufe (um 1250), wohl aus dem 1318 erwähnten Vorgängerbau übernommen, 
Triumphkreuzgruppe mit Kruzifixus um 1300 (Maria und Johannes (E.15.Jh.)
barocker Hochaltar mit Vorhangmalerei aus der Werkstatt von Michael Müller, Stralsund (1747/48), barocker Taufständer, Wappen-Epitaphien v.Bohlen, v.d.Lancken, v.Platen, zwei weitere hölzerne Epitaphien, mehrere alte Grabplatten (v.Platen) im Altarraum,
hölzerne Kanzel mit Schalldeckel und Verschlag (nach Renovierung 1826), zwei Beichtstühle
zahlreiche Pastorenbildnisse, Gestühl, Emporen und Grüneberg-Orgel (19. Jh.).
Auf dem Kirchhof steht in der Nordwestecke ein Kriegerdenkmal mit Namenstafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
Der Friedhof befindet sich am Ortsausgang, dort Trauerhalle und Gedenkstätte mit Soldatengräbern des Zweiten Weltkriegs sowie Familiengrabstätten von Platen und von der Lancken.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und Hiddensee, Buch, Jürgen Schulz, Edition Temmen, 2006
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage